Anne Duden

Hingegend

Gedichte
Cover: Hingegend
zu Klampen Verlag, Lüneburg 1999
ISBN 9783933156495
gebunden, 45 Seiten, 14,32 EUR

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999

In einer Doppelrezension bespricht Meike Fessmann neben dem Gedichtband "Hingegend" auch Dudens "Zungengewahrsam. Schriften zur Poetik und zur Kunst". In Fessmanns Augen sind beide Bücher nichts für die breite (lesende) Masse: "das Werk einer Einzelgängerin", die nur denjenigen Lesern zugängig sein wird, die Dudens Erlebniswelt selber nahe stehen.
1) "Hingegend":
Dies ist für Fessmann ein Gedichtband "höchster Qualität". Anders als in "Zungengewahrsam", in dem sich Texte und Bilder ergänzten, seien die Gedichte hier selbst Bilder, "Schriftbilder im wörtlichen Sinn", die aber kaum zusammen zu fassen seien. Deshalb beschränkt sich Fessmann in ihrer Besprechung weitgehend darauf, auf die verschiedenen Zugangsarten hinzuweisen, beispielsweise auf einen Handlungszusammenhang oder die Zugehörigkeit zu einem Zyklus. Abschliessend merkt sie noch an, dass Anne Duden mit ihren Werken unterwegs sei, und zwar zu einem Ort, der noch keinen Namen habe.
2) "Zungengewahrsam" (Verlag Kiepenheuer & Witsch):
In "Zungengewahrsam" steht für Fessmann das "Eigenleben" der Worte im Vordergrund. Um dies zu veranschaulichen, führt sie das Wort "Kelchlaute" an, bei dem der Leser unwillkürlich an "Kehllaute" denke, seine eigene körperliche Reaktion beobachte, merke, wie sich sein Schlund verwandele in etwas, was dem nächsten assoziierten Begriff, nämlich "Blütenkelch" schon sehr nahe komme. Dudens Worte haben nach Fessmann eine körperlich spürbare Energie. Darüber hinaus ortet sie den Schwerpunkt in Dudens Dichtung in den Verwandlungen, Vermischungen und Übergängen. Allerdings verlange diese Dichtung dem Leser aber auch einiges an lohnender Anstrengung ab.
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