Die Waffen-SS ist noch immer eines der umstrittensten Themen der Zeitgeschichte. Dazu gehört auch ihr bis heute noch verbreiteter Ruf als "Hitlers Elitetruppe". Jochen Lehnhardt zeigt nun, dass dieser Ruf tatsächlich schon seitens der NS-Propaganda planmäßig aufgebaut worden ist. Der Autor zeichnet in einer vielschichtigen Analyse das in den Medien des Dritten Reichs präsentierte Bild der Waffen-SS nach. So wird deutlich, wie wirksam sie selbst an der Entstehung und Verbreitung ihres Selbstbildes als höchst effektiver militärischer Elite gearbeitet hat. Lehnhardt zeigt überdies, dass es in der Darstellung und Selbstdarstellung von Himmlers Kriegern bemerkenswerte Parallelen zwischen der Zeit vor 1945 und der Zeit danach gab. Die Darstellung der Wege, auf denen Parolen wie "die Feuerwehr der Ostfront" und "Soldaten wie andere auch" die Bewertung der Waffen-SS bis in die Gegenwart hinein beeinflusst haben, ist von besonderem Interesse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2017
Rezensent Christian Hartmann weist darauf hin, dass Jochen Lehnhardts Dissertation eine Geschichte des Propagandaapparats der Waffen-SS ist, keineswegs aber eine Gesamtgeschichte der Waffen-SS. Hochinteressant findet er das Buch in seinem organisationsgeschichtlichen Teil, weniger überzeugend scheint ihm, wie der Autor mit Beispielen zur SS-Propaganda umgeht: allzu spärlich. Der presseanalytische Teil wiederum überfordert Hartmann mit langatmigen Ausführungen und Statistiken. Richtig problematisch findet er, dass Lehnhardt zu wenig das Wissen der historischen Forschung über die Propaganda der Waffen-SS reflektiert. Der systematische Vergleich zwischen Frontereignissen und Berichterstattung bleibt im Buch punktuell, kritisiert der Rezensent.
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