Darwin und Dawkins auf dem Prüfstand - die neueste Genforschung stellt den Darwinismus infrage. Zurzeit findet ein Umbruch im Denken darüber statt, wie unsere Gene im Verlauf der Evolution zu dem wurden, was sie sind. Was führte vor knapp vier Milliarden Jahren zur Entstehung von Leben? Was ließ den Menschen zum Menschen werden? Über 95 Prozent des menschlichen Genoms schienen bis vor Kurzem keinen Sinn zu ergeben - doch gerade hier, in seinen bisher als nutzlos angesehenen Teilen, verbirgt das Erbgut sein eigentliches Geheimnis.Die neue Sicht auf der Grundlage moderner Genforschung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2008
Manuela Lenzen liest Joachim Bauers Buch als Gegenentwurf zu Richard Dawkins' Theorie vom egoistischen Gen. Die für Lenzen nicht weniger anthropomorphe Rede vom kreativen, kommunikativen Gen, die Bauer hier anstimmt, erscheint der Rezensentin allerdings nicht unbedingt hilfreich zum Verständnis der Evolution. Für sie ist es der Mensch, der kreativ, kooperativ beziehungsweise egoistisch handelt, nicht die Zelle. Bauers Ausführungen über Transpositionselemente, den Einfluss von Umweltstress, unter dem sich Genome selbst verwandeln, sowie Endosymbiose als Gegenbeweis zu Darwins Idee einer kontinuierlichen Evolution, lauscht Lenzen dennoch mit Interesse. Daran, dass die Wissenschaft keine Heiligen haben sollte, fühlt sie sich durch das Buch erinnert - durchaus ein Verdienst, findet sie.
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