Immer schneller und unaufhaltsamer ist der technische Fortschritt. Schon heute können wir die uns tagtäglich umgebende Technik kaum noch verstehen. Karl Olsberg stellt als Experte die richtigen Fragen: Sind wir überhaupt die Herren dieser Entwicklung? Sind wir dazu verdammt, in absehbarer Zeit durch unsere Schöpfung versklavt zu werden? Eindrucksvoll belegt er: Auch die Genese der Technik folgt dem evolutionären Prinzip allen Lebens. Schnell drängt sich ein ungeheurer Gedanke auf: der Mensch als Steigbügelhalter auf dem Weg zur Herrschaft der Maschinen. Olsberg fasst die Theorien von Charles Darwin bis zu Richard Dawkins, von Alan Turing, Ray Kurzweil, Stephen J. Gould u.v.a. zusammen und denkt sie konsequent weiter zu dem aufrüttelnden Szenario eines zukünftigen Lebens. Olsberg ist jedoch kein Technikfeind, er warnt lediglich vor der Naivität und Selbstüberschätzung der Menschen. Gleichzeitig zeigt er, wie wir verantwortlich gegenüber unserer Zukunft und der unserer Kinder handeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2010
Ojeoje, die Technik ist auf dem besten Weg, uns abzuschaffen. Computerprogramme sind bereits so komplex, dass sie nur von Computern geschrieben und verstanden werden können, nicht mehr von Menschen. Wo das hinführt, hat man bereits bei der Wirtschaftskrise gesehen: Die Broker haben die computergestützte Berechnung von Kapitalströmen nicht mehr verstanden, und schon ging es den Bach runter. So etwa die Theorie des Informatikers und Autors Karl Olsberg. Rezensentin Manuela Lenzen findet das als Warnung vor einem "sorglosen Umgang" mit der Technik durchaus plausibel. Nur dass Olsberg seine Thesen mit einem "Mem-Evolutions-Überbau" krönt, der noch dazu an die "nicht mehr ganz aktuellen" Theorien Richard Dawkins' anknüpft, hat sie nicht überzeugt.
Annette Jensen schätzt Karl Olsbergs Buch "Schöpfung außer Kontrolle" als überaus anregende Lektüre. Der Autor führt für die Rezensentin überzeugend vor Augen, wie die Menschheit im Lauf ihrer biologischen und kulturellen Evolution technische Neuerungen in die Welt gesetzt hat, die sie kaum noch überblicken und beherrschen kann. Immer mehr Entscheidungen würden von Maschinen und Rechnern getroffen, ob an der Börse, bei der Flugzeuglandung, bei der Werbung im Internet und so weiter. Die Gefahr dieser Entwicklung sehe der Autor darin, dass zu viel Technik die Entwicklung der Menschheit gefährden könne. Auch wenn Jensen das Buch hin und wieder etwas "holzschnittartig" erscheint und sie manchmal den roten Faden vermisst, findet sie Olbergs Thesen auf jeden Fall "diskussionswürdig" und nachdenkenswert.
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