Mit seinen Büchern "Der Gotteswahn" (2006) und "Die Schöpfungslüge" (2009) ist der englische Evolutionsbiologe Richard Dawkins zweifellos zum prominentesten Vertreter und Wortführer des "Neuen Atheismus" geworden. In Berufung auf die "Aufklärung" und auf die Ergebnisse der modernen Naturwissenschaften (vor allem der an Darwin orientierten Evolutionstheorie) will er den Nachweis erbringen, dass "es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Gott nicht gibt". Es ist nicht zu übersehen, dass seine einschlägigen Auffassungen - zum Teil durch Medien wirksam unterstützt - auch im akademisch-universitären Bereich nach wie vor ein bemerkenswertes Echo finden. Besteht jedoch Dawkins' temperamentvolle Kritik zu Recht - und kann er sich dabei legitimerweise auf das Erbe der "Aufklärung" berufen? In dieser "Streitschrift" soll zunächst gezeigt werden, dass Dawkins' "naturalistisches Menschenbild" auf ein reduktionistisches Verständnis des Menschen hinausläuft und überdies in mancher Hinsicht widersprüchlich ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2015
Das freut Michael Stallknecht, wie der Wiener Theologe Rudolf Langthaler dem Atheisten Richard Dawkins den Fedehandschuh hinwirft. Stallknecht ist kein Freund von Dawkins' eisernem Naturalismus, billigt ihm aber zähneknirschend "rhetorische" Fähigkeiten und geschickte Vermarktungstechniken zu. Daher freut es den Rezensenten, dass mit Langthaler ein Theologe auf den Plan tritt, der seinem Gegner Dawkins stilistisch gewachsen ist und ganz als aufgeklärter, an Kant geschulter Philosoph agiert. So lasse er Dawkins gleich mehrfach alt aussehen, frohlockt Stallknecht, als einen Theoretiker nämlich, der noch immer die Allmachtsansprüche der Naturwissenschaft hochhalte, und als Kämpfer gegen eine, wie Stallknecht meint, längst überwundene voraufklärerische Theologie.
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