Rachepläne und -aktionen jüdischer Holocaust-Überlebender nach Kriegsende waren bisher in Deutschland weitgehend unbekannt. Die Autoren Jim Tobias und Peter Zinke dokumentieren die Motive und Konzepte dieser "Rächer"-Gruppen. Dafür führten sie in Israel Gespräche mit ehemaligen "Rächern" und werteten hierzulande unbekannte Dokumente aus. Ein brisantes Kapitel der Nachkriegsgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.03.2001
Wenig überzeugt ist Julia Brauch von dieser Studie über jüdische Rächer, die nach dem Krieg gegen NS-Täter vorgingen. Die Behauptung der Autoren, es überwiege allgemein die Ansicht, dass es keinen nennenswerten jüdischen Widerstand gegen die Nazis gegeben habe, kritisiert die Rezensentin als "Pauschalurteil", das spätestens von Arno Lustiger in seiner Studie über jüdischen Widerstand ("Zum Kampf auf Leben und Tod", 1994) widerlegt wurde. Noch problematischer findet sie den Verzicht von Tobias und Zinke, die "moralische Tragweite ihres Themas" auszuloten. Zudem würden sie viele "alternative Wege", NS-Täter einer gerechten Strafe zuzuführen nicht erwähnen. Diese Punkte moniert die Rezensentin als "wenig überzeugende Herangehensweise" an das Thema. Doch sie hat auch Lobenswertes gefunden: so findet sie die eingehenden Porträts der jüdischen Rächer sehr "anschaulich". Letztlich sei die Lektüre lohnend, weil die Autoren die jüdischen Rächer als "Individuen" zeichnen, statt das "Klischee vom kollektiven Opferschicksal" der Juden zu bedienen.
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