Yosef Hayim Yerushalmi

Israel, der unerwartete Staat

Messianismus, Sektierertum und die zionistische Revolution

Klappentext

Herausgegeben von Eilert Herms. Mit dem Leopold-Lucas-Preis wurde in diesem Jahr Yosef Hayim Yerushalmi ausgezeichnet. Er hat grundlegende Forschungen zur Geschichte der jüdischen Diaspora vorgelegt und durch wegweisende Beiträge das Verhältnis der Freudschen Psychoanalyse zur jüdischen Geschichte aufgehellt. Er hat die Bedingungen für ein konstruktives Zusammenleben der jüdischen und anderer Kulturen in nichtjüdischen Gesellschaften erforscht. Seine Einsichten in die Bedeutung von kollektivem Gedächtnis und kritischer Geschichtsschreibung für die Identität von Kulturen sind bahnbrechend. Sein Vortrag ist ein Versuch, die historische Bedeutung des modernen Zionismus und des Staates Israel zu klären, welche momentan viel diskutiert werden. Das Buch enthält sowohl die deutsche als auch die englische Fassung des Vortrags.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.11.2006

Überzeugend findet Rezensentin Julia Brauch diese Rede, die der jüdische Historiker und Kulturwissenschaftler Yosef Hayim Yerushalmi bei der Verleihung des Leopold-Lucas-Preis gehalten hat und die nun in einer deutsch-englischen Ausgabe vorliegt. Yerushalmi zeige die über den Zionismus nachwirkenden messianischen Einflüsse auf, die bis heute unser Bild vom Staat Israel prägten und plädiere dafür, den jüdischen Staat unvoreingenommen, wenngleich nicht unkritisch zu betrachten. Die Analyse, Israel werde noch immer im Kontext mit biblischen Erlösungsvorstellungen wahrgenommen und daher nicht als ein "normales" Land akzeptiert, erscheint Brauch überaus plausibel. Sie macht für Brauch zudem "so manche hochemotionale Reaktion" verständlich. Ihr Resümee: die Rede ist "historisch fundiert" und "politisch engagiert" und sie kommt zum richtigen Zeitpunkt.
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