Als Béla Zsolt, führender ungarischer Publizist der Zwischenkriegszeit, im September 1939 von Paris aus die Flucht plant, werden ihm die neun Koffer seiner Gattin zum Verhängnis. Der einzige Zug, in dem sämtlich Koffer Platz finden, ist der Zug zurück nach Budapest. Die nächsten Jahre vergehen mit Arbeitsdienst, Gefängnis und Ghetto. Zsolts Erinnerungen aus dieser dunklen Zeit sind eine Verquickung von Erzählung und Reflexion.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2000
Als "Flaschenpost" sei dieses unvollendete Buch des ungarisch-jüdischen Journalisten und Schriftstellers auf uns gekommen, schreibt Susanne Simor. Betroffen macht sie vor allem, dass in dieser Geschichte von Flucht, Deportation und Tod die Familie, die im Alltag lebenserhaltend sei, in der Extremsituation des Krieges und des Holocausts zum Verhängnis werde, weil man nicht voneinander lassen will, obwohl man allenfalls als Einzelner Überlebenschancen hätte. Simor verweist darauf, dass das Buch des mit 54 Jahren nach dem Krieg verstorbenen Autors im kommunistischen Ungarn erst 1980 erscheinen durfte. Die deutsche Neuauflage, so berichtet sie, sei bei ungarischen Nationalisten auf Protest gestoßen - denn die Kollaboration der Ungarn scheint darin eine wichtige und deprimierende Rolle zu spielen.
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