Jacob van der Hoeden

Lienekes Hefte

Zehn Bände (Ab 7 Jahre)
Cover: Lienekes Hefte
Jacoby und Stuart, Berlin 2009
ISBN 9783941087415
Geheftet, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Edmund Jacoby. Lieneke ist sechs Jahre alt, als deutsche Truppen 1940 die Niederlande besetzen. Als die Judendeportationen beginnen, beschließt die Familie van der Hoeden unterzutauchen. Lieneke, die Jüngste von vier Geschwistern, kommt nacheinander bei verschiedenen Familien unter, die das Mädchen unter großer Gefahr für ihr eigenes Leben vor den Häschern der Nazis versteckt halten. Natürlich vermisst Lieneke ihre Familie, ist traurig und fühlt sich allein. Bis eines Tages ein Brief ihres Vaters eintrifft. Insgesamt neun Briefe in Form kleiner Heftchen hat der Vater seiner Tochter bis zur Befreiung der Niederlande heimlich zukommen lassen, um Lieneke das Gefühl des Verlassenseins zu nehmen. In diesen wunderschön illustrierten Briefen erzählt er fröhlich, leicht und hoffnungsfroh von den Dingen des Alltags, berichtet - verschlüsselt - über die Neuigkeiten der Familie und nimmt Anteil am Tun und Werden seiner Tochter. Die französische Schriftstellerin Agnes Desarthe hat die Heftchen in Israel entdeckt, wohin die Familie nach dem Krieg emigrierte, und erzählt in einem zehnten Heft die Geschichte, die sich dahinter verbirgt, aus dem Blickwinkel der kleinen Lieneke.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2009

Rezensentin Angelika Overath freut sich über die "liebevolle Aufmachung", mit der die authentischen Briefe, die der niederländische Jude Jacob van der Hoeden seiner Tochter schrieb, in einer deutschen Fassung präsentiert werden. Die Tochter musste sich in den von den Nazis besetzten Niederlanden als christliches Mädchen tarnen. In den Augen der Rezensentin sind die "fadengehefteten Briefbücher" ein "ergreifendes, tapferes Dokument", die dem Kind auf eine für die Rezensentin rührenden Weise einfach nur vermitteln wollen, "dass das Leben schön sei".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.06.2009

Keine Frage, Siggi Seuss ist gerührt angesichts dieses Zeugnisses einer besonderen Vaterliebe in Kriegszeiten. Schon die Aufmachung der Ausgabe lässt Seuss an ein Schmuckkästchen denken. Die zehn handbemalten Hefte erinnern Seuss an innerfamiliäre Kinderpost. Im Begleittext der Ausgabe erfährt Seuss die Umstände der Entstehung und die inzwischen 60 Jahre alte Geschichte der Hefte des jüdischen Vaters an die ferne Tochter. Nach literarischen Kriterien möchte Seuss sie nicht beurteilen, doch den Vater, Jacob van der Hoeden, lernt Seuss kennen als großen Geschichtenerzähler und Illustrator. Für die von der Familie getrennte Tochter, glaubt Seuss, müssen diese Hefte ein wichtiger Trost gewesen sein.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.04.2009

Bewegt, verzaubert und begeistert hat sich Rezensentin Susanne Mayer in den faksimilierten Inhalt dieses "Schatzkästchens" vertieft, das die monatlichen Briefe eines Vaters an seine zehnjährige Tochter Jacqueline, genannt Lieneke, enthält - eines Vaters, der diese Briefe in einem Versteck schrieb, wo er sich als holländischer Jude verbergen musste, an seine Tochter, die in einem anderen Versteck unter falschem Namen getrennt von ihm war. Diese Notate seien Briefe, wie sie auch Kinder für Kinder malen würden, und die Rezensentin fasziniert auch dieser malende und schreibende Vater, dem es gelingt, inmitten des Terrors mit so großem Einfühlungsvermögen eine Welt erschaffen zu können, in der ein Kind ein Kind sein könne. Doch seien diese Briefe, die das kleine, schatullenförmige Buch berge, auch veritable Kunstwerke, ähnlich der Miniaturkinderbuchreihe "Collection Pomme d'Api" der bauhausnahen Brüsseler Künstlerin Elisabeth Ivanovsky und des Dichters Rene Meurant.