Wenn Bilder sprechen könnten, würden sie Geschichten erzählen. Um ihrem stummen Innenleben auf die Spur zu kommen, müssen wir sie anschauen, uns in sie hineinversenken und sie auf uns wirken lassen. Genau das haben Christine Traber und Ingo Schulze in diesem Bildband getan und ihre Eindrücke zu Bildern der klassischen Moderne in Worte gefasst. Sie bringen Figuren aus den Bildern zum Sprechen; sie lassen den Maler einen Brief an sein Modell schreiben; ein Paar aus einem Bild spricht miteinander; ein Käufer wendet sich an den Künstler. So werden den Bildern Geschichten, Gespräche und innere Monologe entlockt. Kunst und Kunstgeschichte wird lebendig. Und inspiriert zu eigenen Ideen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2015
Julia Voss ist enttäuscht von diesem Buch, in dem der Autor Ingo Schulze und die Kunsthistorikerin Christine Traber offenbar in eine Art Schreckstarre verfallen, wenn sie zusammen 20 berühmte Gemälde angucken und in Worte fassen: Menzel, Goya, Spitzweg, Degas, Cézanne, Monet. So weit, so gut. Leider kommen die beiden Macher des Bandes laut Voss nicht über das hinaus, was die Kunstgeschichte über die Bilder weiß und jeder Audioguide uns metaphernsatt ins Ohr brabbelt. Unterhaltung: ja. Bildung und Vergnügen: so lala, meint Voss.
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