Mit vier schwarz-weiß Abbildungen. Künstlerbiografien sind seit jeher eine beliebte Darstellungsform der Kunstgeschichte. Eine Untersuchung der Genese dieser Textgattung fehlte jedoch bislang. Nahezu zweihundert Jahre waren die in der Tradition Vasaris entstandenen Viten vorherrschend. Nach 1700 wandten sich von dieser Frühform der Biografie allerdings auch jene Autoren ab, denen es weiterhin ein Anliegen blieb, "Geschichte der Künstler" zu vermitteln, jedoch erprobten sie innerhalb der Künstlergeschichte neue methodische Ansätze.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.04.2006
Karin Hellwigs "profunde" Studie über Künstlerbiografien in der frühen Moderne erntet bei Valeska von Rosen viel Lob. Das besondere Verdienst der Autorin sieht die Rezensentin darin, dass nicht nur einige Biografien und ihre Autoren vorgestellt werden, sondern auch die zeitgenössischen Vorstellungen von einer Künstlerbiografie, die damaligen Reaktionen auf die Werke und damit die spezifische "Gemengelage von Anspruch und Einlösung" Beachtung finden. Damit habe Hellwig ihr Soll übererfüllt, lobt Rosen, die sich manches nur ein wenig ausführlicher gewünscht hätte. So werde viel Information in "dichtester Form" präsentiert, vielleicht allzu dichter Form. Die Rezensentin hofft jedenfalls auf ein Nachfolgeprojekt über Künstlerbiografien im 20. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2005
Das Genre der Biografie ist in den Geschichtswissenschaften bis heute nicht unumstritten. In Frage steht, ob es den Kriterien der Wissenschaftlichkeit genügt. Insbesondere in der Kunstgeschichte wurden die aus den großen Künstlerviten hervorgegangenen Künstler-Biografien oft kritisch betrachtet. Im Hinblick darauf begrüßt Andreas Strobl vorliegende Geschichte der Künstlerbiografie von Karin Hellwig, die sich insbesondere mit der Frühzeit der Textgattung in der deutschsprachigen Kunstliteratur befasst. Er hebt hervor, dass die Autorin damit die Kunstwissenschaft an die Diskussionen über die Leistungsfähigkeit des Genres in den Geschichtswissenschaften anschließt. Mit ihrer Bestandsaufnahme der "eher trocken Materie" biete Hellwig eine Geschichte der Künstlerbiografie "ohne die süffigen Ausmalungen der Vitenschreiberei".
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