Täglich in den Medien verbreitete Begriffe wie "Fundamentalisten", "Extremisten" oder "Terroristen" assoziieren den Islam mit irrationalen Formen von Gewalt- und Herrschaftsausübung. Das vorliegende Buch lässt die Protagonisten der islamischen Welt selbst zu Wort kommen, deren Stimmen nach dem "Arabischen Frühling" lauter und vernehmbarer geworden sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.07.2014
Heiko Flottau bespricht zwei Bücher über den politischen Islam im Nahen Osten, und sein Text liest sich wie eine Persiflage auf einen Heiko-Flottau-Text: Während er sich ausführlich über Israels Untaten auslässt, kommt ihm kein konkretes Wort zu Hamas und Hisbollah über die Lippen. Imad Mustafa, erfahren wir von Flottau, ist ein deutsch-palästinensischer Politologe und stellt in seinem Buch "Der politische Islam" dessen verschiedene Theoretiker vor, von Dschama al-Din-al-Afghani über Mohammed Abdu bis zu Hassan al-Banna und Sayyid Qutb. Hier lernt Flottau, dass es selbstverständlich viel zu undifferenziert ist, Hamas und Hisbollah als Terrororganisationen zu bezeichnen, dass sich Muslime auf ihre eigenen Wurzeln berufen müssen und dass sich Hamas und Hisbollah daher aus einem "islamisch motivierten Widerstand gegen Israel" speisen. Schwer zu sagen, ob der Autor wirklich nichts zu Aufbau, Geschichte und Gegenwart der Organisationen zu berichten hat.
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