Wird unter der Führung von Ali Chamenei und Mahmud Ahmadinedschad eine Atombombe gebaut, die sich, wie behauptet, gegen Israel oder womöglich gegen Mitteleuropa richtet? Wird Israel seine Drohung, Irans Atomanlagen zu bombardieren, wahr machen und damit einen Flächenbrand im Nahen und Mittleren Osten provozieren? In der sich zuspitzenden Situation nennt Bahman Nirumand, frei vom ideologischen und propagandistischen Ballast, Fakten und sucht nach Gründen, die zu der folgenschweren Feindschaft zwischen Iran und Israel geführt haben. Die Lektüre dieses Buches bietet die Möglichkeit, einen Einblick zu erhalten in die schwer durchschaubaren Machtstrukturen und erheblichen Einflussnahmen von außen. Nirumand wirbt für ein eigenes Urteil und warnt vor der großen Gefahr, die nicht nur die Region, sondern den Weltfrieden insgesamt bedroht.
Alexandra Senfft findet Bahman Nirumands Auseinandersetzung mit dem Konflikt zwischen Israel und Iran zwar "angenehm nüchtern", bemängelt aber, dass der Autor noch weiter hätte gehen müssen, um wirklich konsequent zu sein. Er stellt vor allem die eigentlich fehlende Grundlage des Konflikts heraus, erklärt die Rezensentin. Es gebe "objektiv betrachtet" weder territoriale noch wirtschaftliche Gründe für Feindseligkeiten - und eventuelle ideologische oder religiöse Differenzen hätten in der Vergangenheit einer Zusammenarbeit auch nicht im Weg gestanden, fasst Senfft zusammen. Nirumand argumentiere mit der angespannten politischen Lage in beiden Ländern: ein stetig wachsender Militärapparat, politische und religiöse Spaltungen im Land befördern das Auslagern des aggressiven Potentials. Senfft findet seine Analyse des geschichtlichen Ablaufs, der in dieser Lage mündete, für den Iran sehr gelungen - seine Ausführungen zu Israel sind ihr aber zu knapp geraten und lassen wichtige Parallelen im Hinblick auf die Rolle von Nationalismus, Militär und Religion unter den Tisch fallen.
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