Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. "Vielleicht sind wir schon morgen nicht mehr da."Für dieses Land hat sie ihr Leben lang gekämpft - für eine Heimat ohne Verfolgung, für Frieden mit den palästinensischen Nachbarn, für Freiheit und Demokratie. Dann kam der 7. Oktober und erschütterte alles, was vorher war. Während Sirenen heulen und die Gedanken bei den verschleppten Geiseln sind, führt die Regierung einen Krieg, der noch mehr Menschen tötet und keine zurückbringt. An welche Zukunft kann man da noch glauben? In einer Zeit fehlender Antworten schreibt Lizzie Doron von ihrem Alltag, den es nicht gibt und der doch weitergeht: Begegnungen mit Hinterbliebenen, absurd-komische Szenen mit den Enkeln im Luftschutzraum, politische Diskussionen beim Friseur, schal werdende Gedenkveranstaltungen, Schweigen am Telefon mit dem palästinensischen Freund. Das bewegende Zeugnis einer traumatisierten Gesellschaft.
Rezensentin Sigrid Brinkmann ist sehr beeindruckt von Lizzie Dorons Buch "Wir spielen Alltag. Leben in Israel seit dem 7. Oktober". Doron erzählt sehr persönlich und eindringlich vom Leben nach dem Massaker erzählt und macht dabei die Traumata der israelischen Gesellschaft sichtbar, erklärt die Kritikerin. Wie schwer das Massaker der Hamas auf den Israelis lastet, erkennt Brinkmann auch an den irrationalen Momenten, wenn zum Beispiel ein Vater eine Wohnung sucht, die groß genug ist, dass ein Zimmer für die ermordete Tochter freigehalten werden kann. Für die Kritikerin ist das Buch ein kluges, empathisches Zeugnis einer Zeit, in der das Vertrauen zwischen Menschen zerbricht und alles auf Anfang gestellt wird.
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