Hilal Sezgin

Artgerecht ist nur die Freiheit

Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen
Cover: Artgerecht ist nur die Freiheit
C. H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406659041
Gebunden, 301 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Tierquälerei ist schwer erträglich. Trotzdem lassen wir es stillschweigend zu, dass unzählige Tiere in Versuchslaboren gequält und in Mastställen und Schlachthöfen angeblich "artgerecht" misshandelt werden, weil wir uns ein Leben ohne "tierische Produkte" nicht vorstellen können. Wem dieser Widerspruch keine Ruhe lässt, der sollte Hilal Sezgins Augen öffnendes Buch lesen. Sie geht der Frage nach, ob wir Tiere im medizinischen Interesse malträtieren und ob wir sie einsperren, töten und essen dürfen. In einer lebhaften Auseinandersetzung mit anderen (tier-)ethischen Positionen plädiert sie dafür, Tiere als Individuen mit eigenen Rechten anzuerkennen - auch in unserem eigenen Interesse. Am Ende dieser engagierten Tierethik steht die Vision einer Menschheit, die sich die Erde gerecht mit anderen Tieren teilen kann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.07.2014

Vom Landleben mit Schafen, Schweinen und Gänsen und von der moralischen Idee dahinter lässt sich Thomas Macho von Hilal Sezgin berichten. Das Buch stellt er in eine Reihe mit Jonathan Safran Foers "Eating Animals", Karen Duves "Anständig essen" und "Zoopolis" von Sue Donaldson. Dass Sezgin verständlich argumentiert und schreibt, etwa wenn sie den Begriff der artgerechten Haltung kritisiert, einen milden Speziesismus propagiert oder unser Verhältnis zu Nutztieren beleuchtet, rechnet der Rezensent der Autorin hoch an. Ebenso Sezgins vorsichtig kasuistische Vorgehensweise. Entschieden erscheint ihm die Autorin dennoch beim Votum gegen Biofleisch. Die schwierige Frage, wie wir mit Tieren leben wollen, findet Macho im Buch dennoch nicht eindeutig beantwortet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.03.2014

Hilal Sezgin argumentiert in ihrem Buch "Artgerecht ist nur die Freiheit" für eine Tierethik, die sich an "empfindenden Lebewesen" orientiert und diese nicht von vorneherein als Nutztiere abstempelt, dann sei nämlich bereits ein folgenreiches moralisches Vorurteil getroffen, erklärt Marie-Sophie Adeoso. Besonders gefällt der Rezensentin, dass Sezgin mit dem anklagenden Zeigefinger spart und zunächst nur die Diskrepanz zwischen den moralischen Überzeugungen vieler Menschen und dem gängigen legalen Umgang mit Tieren aufzeigt, eine Diskrepanz, die nur möglich sei, weil so viel hinter geschlossenen Türen passiere. Ganz wohl fühlt man sich bei dem Blick hinter diese Türen definitiv nicht, warnt Adeoso Wurstbrotfans und Lederjackenträger.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2014

Dieses Plädoyer, endlich die massenhafte Abschlachtung von Tieren zu stoppen, hält Manuela Lenzen für hörenswert. Ihr gefällt daran vor allem, dass sich die Autorin Hilal Sezgin auch Zweifel erlaubt, wenn sie überlegt, wie genau eine Welt denn aussehen könnte, in der ein moralisch einwandfreies Zusammenleben von Mensch und Tier gewährleistet ist. Die Argumentation der Autorin findet Lenzen meist suggestiv und überzeugend, selbst dann, wenn Sezgin mit Bio-Essern und sogar Vegetariern hart ins Gericht geht. Der persönliche, kritische, provokante Ansatz aus philosophischen Überlegungen und praktischer Erfahrung gefällt der Rezensentin. Zumal der Text stets gut geschrieben daherkommt, wie Lenzen versichert.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.02.2014

Dem Dackel des Nachbarn darf man nicht den Schwanz abschneiden, aber Milliarden männlicher Küken dürfen pro Jahr geschreddert werden. Auch für den Rezensenten Jens Bisky scheint es an der Zeit, sich über unser Verhältnis zu Tieren noch einmal grundsätzlich Gedanken zu machen. Das Buch der Journlistin Hilal Sezgin, die in der Lüneburger Heide einen Gnadenhof für Tiere betreibt, findet er dann stark, wenn sie auf die Leidensfähigkeit der Tiere rekurriert und ihre moralische Berücksichtigung einfordert. Auch gefällt ihm, dass sie - anders als etwa die Amerikaner Sue Donaldsen und Will Kymlicka - auf persönliche Verhaltensänderung setzt und relativ nah am Leben argumentiert. Aber auch Sezgin lässt ihn etwas ratlos zurück, nicht alles findet er plausibel und mitunter auch unhistorisch argumentiert.
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