Das Regime von Vichy wurde nach der französischen Niederlage im Juni 1940 auf deutschen Druck hin etabliert. Seine Legitimation bezog es fast ausschließlich vom Ruf seines greisen Führers, dem Marechal Petain, aber auch ohne direkten deutschen Druck strebte das Regime eine nationalistische und rassistische Umwandlung der französischen Gesellschaft und eine Eingliederung Frankreichs in ein von Deutschland beherrschtes Europa an. Auf dem neuesten Stand der Forschung gibt dieses Buch eine chronologische Zusammenfassung und einen Überblick über alle Aspekte der Vichy-Regierung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.01.2010
Für den hier rezensierenden Clemens Klünemann haben die Franzosen noch immer ein etwas prekäres Verhältnis zum Vichy-Regime, weshalb er dieses Buch des Historikers Henry Rousso nur begrüßen kann. Es schildert die Entwicklung des Regimes, seine Strukturen und seine Kollaboration mit den deutschen Besatzern. Dabei wurde dem Rezensenten sehr deutlich, welch hohen Preis Petain für die von ihm so bedingungslos verteidigte staatliche Souveränität zu zahlen bereit war. Allerdings erfuhr Klünelmann auch, dass das Regime um den Marechal Petain nicht so homogen war, wie es selbst glauben machen wollte. Bedauerlich findet der Rezensent, dass einige Aspekte, wie etwa die zeitgenössische Erinnerung an das Vichy-Regime, die in Roussos Studie von 1987 noch eine Rolle gespielt hat, nun nicht mehr zur Sprache kommen.
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