1944 waren die meisten der in französischen Lagern internierten Juden schon ins östliche Europa deportiert und dort ermordet worden. Nach der Landung der alliierten Truppen in der Normandie am 6. Juni beeilte sich die Vichy-Regierung, alle noch verbliebenen Lagerinsassen zu deportieren. Das Lager in Le Vernet d'Ariege wurde am 30. Juni aufgelöst; 600 Menschen pferchte man in die Waggons eines Zuges. Die Odyssee des "Geisterzugs" nahm ihren Anfang. Als Paris schon befreit war, am 28. August 1944, traf der Zug aus Le Vernet schließlich im KZ Dachau ein. Die weiblichen Häftlinge wurden ins KZ Ravensbrück weitergeleitet. Nur wenige Insassen des "Geisterzugs" haben Krieg und Lagerhaft überlebt. Jürg Altwegg hat sie befragt; und dank ihrer Schilderungen und zahlreicher Dokumente ist es möglich, die ungeheuerlichen Ereignisse zu rekonstruieren.
Rudolf Walther beschränkt sich in seiner kurzen Kritik im wesentlichen aufs Nacherzählen der Geschichte des Geisterzuges, die Jürg Altwegg mit Hilfe von Augenzeugenberichten dokumentiert. Altwegg habe mit mehreren Überlebenden gesprochen. Die teilweise peniblen Fakten über den Zug - wie viele Häftlinge deportiert wurden oder wie oft der Zug auf seiner Fahrt beschossen wurde - stammten von einem Gesprächspartner, der damals zur "Buchführung" gezwungen worden war. Walthers Resümee: Sorgfältig rekonstruiert und eindringlich erzählt.
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