Ein jugendbewegter Mittler zwischen Deutschland und Frankreich, als Kriegsverbrecher verurteilt, später begnadigt: Otto Abetz (1903-1958) spielte als Mitarbeiter in der Dienststelle Ribbentrop und als Botschafter im besetzten Paris eine zentrale Rolle in der nationalsozialistischen Frankreichpolitik. Roland Ray schildert Abetz` Werdegang, die Reichweite seiner Propagandamethoden und die wachsende Kluft zwischen seinen Verständigungszielen und den unheilvollen Folgen seines Tuns.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2001
Ein Opportunist wie aus dem Bilderbuch muss der Karlsruher Otto Abetz gewesen sein, meint Birgit Aschmann. Unter den Nationalsozialisten machte er eine steile Karriere: vom Zeichenlehrer zum Botschafter des nationalsozialistischen Deutschlands in Frankreich. Zwar gestehe der Autor Roland Ray dem Pädagogen bis 1935 eine idealistische Grundhaltung zu, die auf einem Wunsch nach kulturellem Austausch zwischen Deutschland und Frankreich basierte, aber später habe Abetz hemmungslos Galerien, Antiquariate und Privathäuser plündern lassen und spielte auch eine eindeutig üble Rolle bei der Kollaboration der Franzosen mit den Deutschen. Die Rezensentin hält Rays Abhandlung über Abetz für "instruktiv" und "gut lesbar", vermisst aber die Fortführung der Ereignisse nach 1942. Denn hier endet Ray und damit, so Aschmann, endet auch die Aufklärungsarbeit über die wahren Intentionen von Otto Abetz.
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