Henning Ritter

Die Schreie der Verwundeten

Versuch über die Grausamkeit
Cover: Die Schreie der Verwundeten
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406645563
Gebunden, 188 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Henning Ritter geht dem Versuch nach, die dunkle Seite der Zivilisation gedanklich zu durchdringen - und zeigt uns dabei einmal mehr die hohe Kunst des Lesens. Es ist ein irritierendes Phänomen: Obwohl die Menschheit immer aufgeklärter wird, nimmt die Grausamkeit nicht ab. Im Gegenteil. Die Französische Revolution proklamiert die Menschenrechte und lässt die Köpfe rollen. Der Terror wird zum Begleiter der Moderne, und die Kriege produzieren eine neue Gleichgültigkeit des Tötens. Von Stendhal und Alexis de Tocqueville bis zu Arthur Schopenhauer und William James beginnt ein neues Nachdenken über die Schreie der Verwundeten und die moralischen Verwirrungen, die uns die Moderne zumutet. Henning Ritter, einer der brillantesten Essayisten unserer Zeit, schildert in diesem Band die Zwiesprache von Grausamkeit und Mitleid, die zur Signatur eines ganzen Zeitalters geworden ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2013

Als "großen Leser" würdigt Michael Stallknecht den gerade verstorbenen Autor Henning Ritter. Die sechs lose miteinander verbundenen Essays seines letzten zu Lebzeiten veröffentlichten Buchs "Die Schreie der Verwundeten" kreisen für ihn um die "moralische Ambivalenz der Moderne". Das Besondere von Ritters Texten sieht er darin, dass sie die Denker, die sie behandeln, schlicht "ausreden" lassen, statt sie historisch oder philologisch auseinanderzunehmen und sie moralisch oder politisch zu bewerten. Er schätzt Ritters offenes Denken, sein symbolisches Lesen von Geschichte, seine Vorliebe für Selbstdenker, seine Ferne zum Pädagogischen bei gleichzeitig ethischem Anspruch.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.02.2013

Dieses "wiederum wunderbare Ritter-Buch" inspiriert Ulrich Greiner zu einem Lobgesang in hohen Tönen. Er bewundert nicht nur die essayistische Eleganz von Ritters Gedankenführung, sondern weiß auch, wie sie zustande kommt: Ritter, so Greiner, hat sein Wissen immer dabei, ohne je damit zu prunken. Greiner unternimmt mit dem Buch einen Streifzug von der Französischen Revolution bis etwa zum Ersten Weltkrieg, in dem Ritter ein Panorama der Grausamkeiten, aber auch ihres Gegensatzes, des Mitleids, ausbreitet. Autoren wie Benjamin Constant, Tocqueville, William James und Michelet werden unterdes konsultiert und und bringen Greiner in Ritters Perspektivierung umso größeren Erkenntnisgewinn. Nur Fußnoten hätte sich der Rezensent noch gewünscht.
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