Ein Leben für die Kunst und für einen Künstler: Die Wiesbadener Designerin Lisa Kümmel (1897?1944) war für den Expressionisten Alexej Jawlensky mehr als dessen letzte Lebensgefährtin. Helga Lukowsky wertet Jawlenskys Lebenserinnerungen und Kümmels Tagebücher aus, um die Beziehung in ihrer Bedeutung für Leben und Werk des Expressionisten zu würdigen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.04.2001
Zwei Bücher über Malerpaare hat sich Antje Weber vorgenommen: "Franz und Maria Marc" von Kirsten Jüngling und Brigitte Rossbeck und "Jawlenskys Abendsonne" von Helga Lukowsky. 1) Jüngling/Rossbeck: "Franz und Maria Marc" Das Buch, dem sie die uns mitgeteilten Informationen insbesondere über Franz Marc entnommen haben wird, bezeichnet die Rezensentin als Doppelbiografie. Die Autorinnen hätten "üppig" recherchiert und die schwierige wie innige Beziehung des Künstlerpaares aufgedröselt. Dass Weber nach der Lektüre der Meinung ist, die Boheme des vergangenen Jahrhunderts verdiene den Zusatz "wild" unbedingt zu Recht, verdankt sich dem "farbigen Eindruck" dieser Zeit, den der Band gleichfalls bei ihr hinterlassen hat. 2) Helga Lukowsky: "Jawlenskys Abendsonne" Das Muster der ihre eigenen Ambitionen zugunsten jener des Mannes zurückstellenden Frau, wie es die Beziehung der Marcs geprägt habe, schreibt Weber, finde sich auch bei Alexej Jawlensky und Lisa Kümmel. Aufgefallen sind Weber - wie schon bei der Arbeit von Jüngling/Rossbeck - die vielen neuen Recherchen in diesem Buch. Die Genauigkeit jedoch, mit der die Autorin mitunter deren Wege beschreibt, sowie "manch sprachliche Unbeholfenheit" haben der Rezensentin die Lektüre etwas verleidet.
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