Mit Fotos und Karten. Helga Hirsch erzählt die Geschichten von Menschen, die auf erzwungene, oft dramatische Weise ihre Heimat verloren haben. Vor dem Zweiten Weltkrieg leben Polen, Ukrainer, Deutsche und Juden noch gemeinsam in ihren Dörfern und Städten zwischen Oder und Bug. Doch hinter der friedlichen Fassade gären längst enorme Spannungen. Der Einmarsch der Deutschen in Polen bringt diese Mischung zur Explosion. Es folgen Jahre, in denen die Region zu den am schwersten umkämpften in Mitteleuropa gehört. Inmitten all dieser Kriegswirren versuchen die Menschen, ihren Alltag weiterzuleben und sind ihnen doch schutzlos ausgeliefert. Ob "heim ins Reich" oder Flucht vor der deutschen Besatzungsmacht, ob Umsiedlung ins sogenannte "Generalgouvernement", Deportation aus Ostpolen in die Sowjetunion oder die Vertreibung der Deutschen während und nach dem Krieg: Die Erfahrung des Heimatverlustes teilen Millionen von Menschen; sie prägt ihr Leben bis heute. Und sie wirkt in nachfolgenden Generationen weiter.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007
Berührt zeigt sich Rezensent Thomas Urban von Helga Hirschs Buch über zehn Menschen - Polen, Ukrainer und Deutsche -, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg durch Umsiedlung, Flucht oder Vertreibung ihre Heimat verloren haben. Er begrüßt, dass die Autorin bei ihrer Schilderung dieser Lebensgeschichten die Porträtierten auch selbst zu Wort kommen lässt. Deutlich wird für ihn, dass diese Menschen unabhängig von der Staatsangehörigkeit oft dasselbe Schicksal teilten. Dabei hält er der Autorin zugute, die große Geschichte nicht aus dem Blick zu verlieren. Wie Urban hervorhebt, skizziert sie vor jedem der Kapitel die politischen Hintergründe. Der Rezensent jedenfalls kann die Lektüre nur empfehlen, auch weil das Buch zeige, "warum dieser Themenkomplex bis heute einen Schatten auf die deutsch-polnischen Beziehungen wirft".
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