Heinrich Böll

Der Panzer zielte auf Kafka

Heinrich Böll und der Prager Frühling
Cover: Der Panzer zielte auf Kafka
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2018
ISBN 9783462051551
Gebunden, 224 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

'Die Dummheit des Arguments Panzer und Waffen war so niederschmetternd …' Heinrich Böll und der Prager Frühling. Am 20. August 1968 reiste Heinrich Böll auf Einladung des tschechoslowakischen Schriftstellerverbands nach Prag. Zeit für die offiziell geplanten Gespräche blieb ihm nicht, denn kurz darauf rückten die Truppen des Warschauer Paktes ein, und die Besatzung begann. Vier Tage verbrachte Böll gemeinsam mit seiner Frau Annemarie und seinem Sohn René in der Stadt, in der die Träume von einem 'Sozialismus mit menschlichem Antlitz' brutal zerschlagen wurden. Der Widerstand der Prager durch alle Bevölkerungsschichten hindurch beeindruckte ihn zutiefst. Böll tat das ihm Mögliche, seine Solidarität auszudrücken, sprach im Radio, schilderte für lokale Zeitungen seine Beobachtungen der Ereignisse. Als er wieder abreiste, versprach er den tschechischen Schriftstellerkollegen, so viel und oft wie möglich über das, was er gesehen hatte, zu berichten und darüber zu schreiben. Böll hielt Wort. Die Ergebnisse seines Engagements versammelt erstmals dieses Buch. Neben den seinerzeit abgedruckten oder gesendeten Interviews und essayistischen Stellungnahmen umfasst der Band umfangreiche bislang unveröffentlichte Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Notizen des Autors. Erweitert wird das Material durch Fotografien René Bölls sowie Erinnerungsstücke aus den bewegten Prager Tagen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.06.2018

Auch wenn Heinrich Bölls von seinem Sohn Rene Böll herausgegebenen Notizen als Zeitzeuge des Prager Frühlings für Wilhelm von Sternburg nichts wesentlich Neues über Bölls Haltung zum demokratischen Sozialismus verraten, erinnern sie ihn doch an einen Citoyen und Humanisten mit scharfem Blick für die dramatischen Zeitumstände. Bölls Interviews im Band und die Essays von Jochen Schubert und Martin Schulze Wessel beleuchten den historischen und persönlichen Hintergrund zum Thema, erklärt der Rezensent.