Josef Koudelka

Invasion Prag 1968

Cover: Invasion Prag 1968
Schirmer und Mosel Verlag, München 2008
ISBN 9783829603591
Gebunden, 296 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

249 Duotone-Tafeln. Format: 24,5 x 32 cm. Mit Texten von Jiri Hoppe, Jiri Suk, Jaroslav Cuhra und anderen. In den späten Abendstunden des 20. August 1968 marschieren Truppen von fünf Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei ein. Panzer rollen über die Straßen von Prag, Transportflugzeuge setzen Truppen ab. 650.000 Soldaten sollen die Ordnung im sozialistischen Bruderstaat wiederherstellen, die der "Prager Frühling" unter Dubcek und Svoboda angeblich gefährdete. Die Welt hält den Atem an, ein Krieg scheint unvermeidlich. Doch dann geschieht, was später das "Sieben-Tage-Wunder von Prag" genannt wurde: Unbewaffnete Bürger stellen sich zu Tausenden den Invasionstruppen entgegen, der zivile, gewaltlose Widerstand hat begonnen. 2008 jährt sich dieser historische Moment zum 40. Mal. Der tschechische Fotograf Josef Koudelka, 1938 geboren und seit 1971 Mitglied bei Magnum, hat die Ereignisse miterlebt und festgehalten, die er rechtzeitig außer Landes bringen konnte. Sie gelangten ein Jahr später mit Hilfe von Magnum Photos anonym an die Öffentlichkeit. Koudelka wurde für sie - ebenfalls anonym - mit der Robert Capa Goldmedaille ausgezeichnet und musste wenig später sein Land verlassen. Die Bilderchronik, die er jetzt, vierzig Jahre nach der Invasion, aus seinem Archiv zusammenstellte, lässt die Stimmung der heroischen sieben Tage von Prag wiederaufleben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.08.2008

Als eindrucksvolle Zeitdokumente von unschätzbarem Wert feiert Rezensentin Tania Martini Josef Koudelkas in diesem Band versammelten 249 Schwarzweißfotografien vom Prager Frühling 1968. Die damals auf Umwegen in den Westen gelangten Fotos hätten lange als Bilder eines anonymen "Prague Photographers" gegolten, seien jedoch nichtsdestrotrotz ikonografisch geworden. Erst 1990 habe Josef Koudelka seine Autorschaft offen gelegt. Der 1968 Dreißigjährige habe die Fotos während der dramatischen Tage zwischen dem 21. und 28. August als Beteiligter, als Demonstrant aufgenommen, ein Sachverhalt, dem die Bilder aus Sicht der Rezensentin ihre große Intensität verdanken. Dementsprechend sieht sie das historische Ereignis mal auf einem wütenden oder verzweifelten Gesicht verdichtet, dann wieder in brennenden Autos, Panzern, zerschossenen Fassaden oder Transparenten. Die Dramaturgie des Bandes folgt den Informationen der Rezensentin zufolge dem Verlauf der Ereignisse, die durch gelegentliche Textdokumente ergänzt worden sind.

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