Aus dem Französischen von Wolfgang Kukulies. Herausgegeben von Klaus Bittermann. Mit einem Vorwort von Guy Debord und mit einem Dokumentenanhang. "Die strategische Absicht von Potlatch war die Schaffung bestimmter Verbindungen mit dem Ziel der Bildung einer neuen Bewegung, die kulturelle Avantgarde und die revolutionäre Gesellschaftskritik verknüpfen sollte. So manches situationistische Thema lässt sich bereits erkennen; in der lapidaren Formulierung, die dieses Kommunikationsmittel erforderlich machte." (Guy Debord)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.06.2002
Guy Debord, der Begründer des Situationismus, war, wie Rudolf Walther meint, ein "philosophischer Herumtreiber" und origineller Denker, dessen Hauptwerk "Die Gesellschaft des Spektakels" heute kaum gelesen wird, wenngleich der Titel in aller Munde ist. Die subversiven Pointen Debords scheinen längst in den kulturkritischen Mainstream integriert - umso verdienstvoller findet es der Rezensent, dass nun in deutscher Übersetzung die zwischen 1954 und 1957 in 27 Ausgaben erschienene Zeitschrift der lettristischen Bewegung veröffentlicht wird. Guy Debord war der Kopf der untereinander zerstrittenen Redaktion und verfasste die meisten Beiträge, in denen er den Problemen der Zivilisation mit "politischer Ökonomie, Liebe und Urbanismus" zu Leibe zu rücken versuchte. Die Stoßrichtung war anarchisch, gegen Traditionen und Institutionen gerichtet, "Selbstwiderspruch" gehörte zur Methode. Nicht alles scheint Walther mehr lesenswert, die Texte zu den "kulturellen Moden, den urbanen Zuständen und dem konformistischen Denken" der Zeit aber in jedem Fall.
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