Im Jahre 2012 feierte die Bundeszentrale für politische Bildung ihr 60-jähriges Bestehen. Sie tritt ein für die Förderung des Bewusstseins für Demokratie und politische Partizipation. 1952 unter dem Namen Bundeszentrale für Heimatdienst gegründet, unterstand sie dem Bundesministerium des Innern und knüpfte terminologiesch an die Reichszentrale für Heimatdienst an, die bereits in der Weimarer Republik existierte. Die Autorin rekonstruiert auch anhand bisher nicht bekannter Akten den Prozess der Gründung der Bundeszentrale für Heimatdienst . Die frühen konzeptionellen Debatten um staatliche politische Bildung lassen das breite Spektrum der einander widersprechenden Konzeptionen deutlich werden. Der Spannungsbogen reicht von dem US-amerikanischen Konzept der Reeducation über das deutsche Konzept der staatsbürgerlichen Erziehung, den positiven Verfassungsschutz , bis hin zur Propaganda der instinktsicheren Mobilisierung der Gefühle
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2014
Die Politikwissenschaftlerin Gudrun Hentges wirft in ihrem Buch "Staat und Bildung" ein offenbar recht kritisches Licht auf die Anfangsjahre der Bundeszentrale für politische Bildung, und Rezensent Detlef Kühn kann damit wenig anfangen. Wenn er die Kritik der Autorin an der Behörde darstellt, tut er das auf eine solch polemische Weise, dass man sich kein rechtes Bild von dem Buch machen kann. Deutlich wird auf jeden Fall, dass Hentges schwere Vorbehalte gegen die anfängliche politische Ausrichtung der Institution hatte, dass sie etlichen Personen eine nationalsozialistische Vergangenheit vorwirft, dass aber der Rezensent weniger darin das Problem sieht als in Hetges' Blickwinkel.
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