Esra Özyürek

Deutsche Muslime - muslimische Deutsche

Begegnungen mit Konvertiten zum Islam
Cover: Deutsche Muslime - muslimische Deutsche
Springer Verlag, Heidelberg 2017
ISBN 9783658180799
Kartoniert, 176 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Felix Kurz. Das Buch befasst sich mit dem bislang noch weitgehend unbehandelten Gebiet der Konversion von Deutschen zum Islam und beruht auf langjährigen Feldstudien der Autorin in Deutschland. Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Europäer, die sich dem Islam zuwenden, zu. Die vorliegende Publikation erforscht wie insbesondere Deutsche den Islam für sich entdecken, ihre Verbundenheit zum Islam trotz der gesellschaftlich eher ablehnenden Haltung und Furcht leben, wie sie sich zu den eingewanderten Muslimen in Beziehung setzen und wie sie die Debatten um Rasse, Religion und europäischer Zugehörigkeit erleben und mitgestalten. Esra Özyürek wirft einen Blick darauf, wie die Gesellschaft konvertierte Mitbürger an den Rand drängt und deren nationale Loyalität in Frage stellt. Im Gegenzug versuchen sich die zum Islam konvertierten Deutschen von Migranten aus muslimisch geprägten Ländern abzugrenzen und einen "entnationalisierten" Islam, frei von türkischen oder arabischen Traditionen, zu etablieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2018

Zum Islam konvertierten Deutschen schlägt viel Misstrauen entgegen, sie gelten als "Verräter" an der europäischen Lebensweise und stehen im Verdacht, sich Terrorgruppen anzuschließen, schreibt Rezensent Christian Meier. Entsprechend dankbar ist er deshalb für dieses Buch der Soziologin Esra Özyürek, die ihm mit Blick auf Beispiele "durchschnittlicher" Konvertiten nicht nur aufzeigt, wie schwer es für jene Deutsche ist, sich für eine der vielen Auslegungen des Islam zu entscheiden, sondern auch erklärt, wie jene in Abgrenzung vom Islam von Türken oder Arabern eher versuchen, einen "postnationalen" Islam zu konstruieren, der allerdings gut mit dem "Deutschsein" vereinbar sein soll. Dass diese Konstruktionen durchaus "eurozentrisch" sind, kann ihm Özyürek ebenso erläutern wie die Anziehungskraft des Salafismus.