Aus dem Französischen von Martin Weyerle. Durch die französische Gesellschaft zieht sich ein Bruch, der sich auch in dem Zuspruch ausdrückt, den der rechtsradikale Front National erfährt. Maßgeblich dazu beigetragen hat der islamistische Terror, der in Frankreich bis jetzt 239 Opfer gefordert hat.
Der Soziologe und Islamwissenschaftler Gilles Kepel analysiert seit Jahren den islamistischen Terrorismus und seine politischen und sozialen Ursachen und erläutert in seinem neuen Buch, dass es das Ziel dieser mörderischen Provokationen ist, die Gesellschaft in einen Bürgerkrieg zu treiben. Dafür versuchen die Dschihadisten, die französischen Muslime einzuspannen, die sich durch die wachsende "Islamophobie" in der Gesellschaft immer mehr in die Enge getrieben fühlen.
Die Politiker, die mit der Bedrohung durch den Islamismus vor der anstehenden Wahl Propaganda machen, gehen damit den Terroristen in die Falle.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2017
Rezensent Helmut Mayer stellt fest, dass der Ton des Arabisten und Politikwissenschaftlers Gilles Kepel dringlicher geworden ist in diesen ursprünglich fürs Radio verfassten Kolumnen, in denen der Autor, verdichtet auf ein Jahr zwischen dem Anschlag von Nizza und dem Mord an einem Priester bei Rouen, weiter den Dschihadismus in Frankreich untersucht. Kepel sieht den Gesellschaftsvertrag in Gefahr und warnt in den Texten vor einem immer tiefer werdenden Graben zwischen sich einigelnden muslimischen Gemeinschaften und nationalistischen Franzosen, meint Mayer. Wie Frankreich unmittelbar nach den Anschlägen 2015 der Verdacht der Islamophobie ereilte, lässt Kepel vor Wut schäumen, so Mayer. "Stigma-Umkehrung" stelle der Autor fest.
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