Aus dem Norwegischen von Nora Pröfrock. An einem Nachmittag im Oktober 2013 kommen die zwei Teenagerschwestern Ayan und Leila nach der Schule nicht wie gewohnt nach Hause. Stattdessen schicken sie eine E-Mail - mit einer Nachricht, die ihren Eltern und Geschwistern schier die Luft zum Atmen nimmt: Die beiden Schwestern befinden sich auf der Reise nach Syrien, um sich dort dem Islamischen Staat anzuschließen.
Sofort begibt sich ihr Vater auf die Suche nach ihnen mitten hinein ins Kriegsgebiet. Auf seiner verzweifelten und lebensgefährlichen Odyssee kooperiert er mit Schmugglern, Geheimdiensten und Terrormilizen. Wieso haben seine Töchter freiwillig ihr sicheres Leben aufgegeben? Wieso wurden im Vorfeld die Zeichen nicht richtig gedeutet? Und wie schafft er es, sie wieder zurückzuholen, notfalls auch gegen ihren Willen?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2017
Rezensentin Luise Checchin kann die Kritik an Asne Seierstadts "süffigem" Erzählton nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: Die Geschichte zweier somalischer Schwestern, die bestens integriert in einer norwegischen Kleinstadt aufwachsen und schließlich nach Syrien aufbrechen, um sich dem IS anzuschließen, erscheint der Kritikerin nicht nur brillant recherchiert, sondern auch derart spannend geschrieben, dass Checchin bisweilen glaubt, einen Thriller zu lesen. Überhaupt staunt die Rezensentin, wie Seierstadt mit den Mitteln des "literarischen Journalismus" den Weg der Mädchen über die norwegische Salafistenszene bis Syrien, ihre Motivationen und Veränderungen rekonstruiert. Und dass es der Autorin gelingt, den Radikalisierungsprozess zumindest nachvollziehbar zu machen, ohne dabei zu werten, würdigt die Kritikerin als Meisterleistung.
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