Philippe-Joseph Salazar

Die Sprache des Terrors

Warum wir die Propaganda des IS verstehen müssen, um ihn bekämpfen zu können
Cover: Die Sprache des Terrors
Pantheon Verlag, München - Berlin 2016
ISBN 9783570553435
Broschiert, 224 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Christiane Seiler. Worte können unzählige Menschen zu Taten antreiben, wie man an der Propaganda der Dschihadisten sehen kann. Wer sind die, lautet eine von Salazars Ausgangsfragen, die er sogleich selbst beantwortet: ein Feind, dem wir noch nicht einmal einen einheitlichen Namen geben können. Und das ist nicht das geringste unserer Probleme. Solange wir uns weigern zuzuhören und zu sehen, wen wir hier vor uns haben, werden wir weiterhin auf den Straßen und öffentlichen Plätzen unserer eigenen Städte angegriffen werden - wie es in Paris, Brüssel und andernorts geschehen ist. Der Dschihadismus bedient sich einer schlagenden Redekunst, die jedoch nichts mit dem zu tun hat, was wir in der Politik für logisch, vernünftig und überzeugend halten, so Salazars Analyse. Wollen wir den Kampf mit dem IS aufnehmen, müssen wir verstehen, worin die Wortgewalt und Überzeugungskraft seiner Sprache besteht. Und - falls man es bei den Waffen der Worte belassen will - islamisch denken, sprechen und argumentieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2017

Christian Meier überzeugt der rhetorische Ansatz des französischen Philosophie-Professors Philippe-Joseph Salazar nicht, der den Erfolg des IS mit dessen "meisterlichen" öffentlichen Inszenierungen und Wortgewalt erklären möchte und darüber hinaus für mehr Verständnis den Dschihadisten gegenüber plädiert. Verführerisch erscheint die Propaganda des IS dem Autor laut Meier gerade wegen ihrer Fremdheit. Allerdings kann Salazar Meier nicht auf seine Seite ziehen. Zu kompliziert und zu wenig stringent die Darlegungen, so Meier, der Salazars Einzelbeobachtungen zur Männlichkeitsethik oder zur Verwendung von Gesichtsmasken in den Porpagandavideos durchaus schätzt. Außerdem kommt es dem Rezensenten so vor, als wäre der Autor selbst ein wenig in den Bann seines Untersuchungsobjekts geraten.