Gertrud Maria Rösch (Hg.)

Fakten und Fiktion. Werklexikon deutschsprachiger Schlüsselliteratur 1900 - 2010

Zweiter Halbband: Heinrich Mann bis Zwerenz
Cover: Fakten und Fiktion. Werklexikon deutschsprachiger Schlüsselliteratur 1900 - 2010
Anton Hiersemann Verlag, Stuttgart 2013
ISBN 9783777212142
Gebunden, 390 Seiten, 298,00 EUR

Klappentext

Band 21 der Reihe "Hiersemanns bibliografische Handbücher". Mit dem zweiten Halbband liegt das Werklexikon deutschsprachiger verschlüsselter Literatur des 20. Jahrhunderts nun abgeschlossen vor. Seine 133 ausführlichen Autorenartikel erfassen zum ersten Mal etwa 200 literarische Werke, in denen historische Personen und Begebenheiten durch spezifische Verschlüsselungsverfahren verhüllt und doch zugleich identifizierbar gemacht werden. Indem diese Werke die jeweilige Zeitgeschichte in ihren Erzählkosmos integrieren, werden sie in ihrer Gesamtheit zu einer Bestandsaufnahme der politischen Geschichte und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Die Einzelanalysen brechen die Grenze zwischen Historiografie und schöner Literatur auf und machen sichtbar, wie vielfältig und kontinuierlich Literatur und Geschichte schon immer miteinander verbunden waren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.05.2013

Dieses Handbuch der Schlüsselliteratur des 20. Jahrhunderts ist hochaktuell (Dirk Kurbjuweits Roman "Nicht die ganze Wahrheit" von 2008 kommt noch vor) und ganz "alte Schule" was die Qualität angeht, lobt ein hochzufriedener Gustav Seibt. Die einzelnen Werke werden kurz resümiert, dann werden Anspielungen und Textbezüge erklärt, aber auch Abweichungen markiert. Letzteres findet Seibt besonders wichtig, weil im Deutschen der Begriff Schlüsselliteratur oft mit der Schlüssellochperspektive assoziiert wird, und damit hat diese Art von Literatur in der Regel nichts zu tun. Die besten Autoren - wie der "hochreflektierte" Rainald Goetz - benutzen zwar wahre Ereignisse oder echte Personen, ändern aber Details, "damit das Echte als Ganzes besser stimmt", wie Seibt Goetz zitiert. Es gibt für den Rezensenten noch einen Grund, diesen - leider ziemlich teuren - Band zu empfehlen: Immer wieder stößt er auf unbekannte Romane, die er "unverzüglich lesen möchte".

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