Der "Historikerstreit" der Jahre 1986-1988 gilt als wegweisende Debatte um das politisch-kulturelle Selbstverständnis der Bundesrepublik. Wieso eigentlich? In seinem Buch geht Gerrit Dworok dieser Frage nach und ordnet den Konflikt in die bundesdeutsche Geschichte ein. Dabei verfolgt er ausgehend von den entscheidenden Streitbeiträgen die westdeutsche Suche nach kollektiver Identität, den Prozess der Verortung des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen sowie die Konkurrenz linksliberaler und liberalkonservativer Kräfte um die macht- und kulturpolitische Deutungshoheit in Westdeutschland bis in die Entstehungszeit der Bundesrepublik zurück, um die vielfältigen Ursprünge des Konflikts offenzulegen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2016
Der Stuttgarter Historiker Carsten Kretschmann ist laut Autorenbio im Perletnaucher erst 1974 geboren, aber seine Rezension dieser Studie zum Historikerstreit klingt so, als hätte Habermas ihn damals persönlich angedetscht. Gut und böse ist in dieser Rezensions jedenfalls klar verteilt: Habermas habe eine "Heuristik des Verdachts" betrieben, Netzwerke SPD-naher Historiker schossen konservative Positionen sturmreif, und die "kritische Erinnerung an die Schoa (avancierte) zur ersten Bürgerpflicht". Schlimme Zeiten müssen das gewesen sein! Das Buch jedenfalls preist Kretschmann als lesenwert. Besonders lobt er Dworoks Idee, den Streit in "übergreifende Themenbereiche" zu gliedern. Heraus kommt für Kretschmann, dass es weniger um wissenschaftliche Fragen als "um das politisch-kulturelle Selbstverständnis der Bundesrepublik" ging. Kretschmann erinnert in seiner Rezension nicht daran, dass die FAZ in dem Streit Partei auf jener Seite war, die er heute verteidigt.
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