Die Genese der bundesrepublikanischen Entwicklungspolitik, erzählt anhand von zentralen Akteuren und Schlüsselinstitutionen. Mit der staatlichen Hilfe für "Entwicklungsländer" betrat die Bundesrepublik 1956 neues Terrain: Im Gegensatz zu den klassischen Kolonialländern verfügte sie nicht über einen Stab an kolonialerfahrenen Mitarbeitern, den man bruchlos mit der Entwicklungspolitik betrauen konnte. Knapp zwanzig Jahre später, im Jahr 1976, war die bundesdeutsche Entwicklungspolitik bereits fest etabliert. Wichtige Strukturen, Organisationen und Themenfelder hatten sich herausgebildet.Karsten Linne untersucht die Genese und Etablierung dieses Politikfeldes. Er betrachtet die Personen, die den Grundstein der bundesdeutschen Entwicklungspolitik legten und sie durch ihr Handeln bis heute prägten, fragt nach ihren Motiven, Ideen, Ideologien und Impulsen. Auch weitere "kollektive Akteure" kommen ins Spiel, wie zum Beispiel die relevanten gesellschaftlichen Gruppen, aber auch die für dieses Feld spezifischen Organisationen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2021
Rezensent Guido Thiemeyer schätzt das Buch von Karsten Linne vor allem für seine dichten biografischen Beschreibungen von Akteuren im und um das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Hier lernt Thiemeyer nicht nur für das BMZ tätige Politiker und Verwaltungsbeamte kennen, sondern auch Wissenschaftler wie den Agrarexperten Fritz Baade und gesellschaftliche Gruppierungen wie Kirchen und Parteistiftungen, die sich durch Initiativen in Afrika und Südamerika profilierten. Weniger überzeugend findet der Rezensent die analytische Seite des Buches. Über die Motive der Arbeit des BMZ, die außenpolitischen Interessen dahinter erfährt er bei Linne zu wenig.
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