Georges Canguilhem

Wissenschaft, Technik, Leben

Beiträge zur historischen Epistemologie
Cover: Wissenschaft, Technik, Leben
Merve Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783883962245
Kartoniert, 180 Seiten, 16,80 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ronald Voullie. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Henning Schmidgen. Dieser Band gibt erstmals in deutscher Sprache einen Überblick über das Werk des Philosophen und Wissenschaftshistorikers Georges Canguilhem (1904-1995). Canguilhems Studien zum Verhältnis des Normalen und des Pathologischen, sowie zu Ideologie und Rationalität in der Geschichte der Lebenswissenschaften haben maßgeblich dazu beigetragen, den Gegenstand und die Methoden der Historischen Epistemologie zu definieren.
Das Buch enthält Aufsätze zur Theorie der Technik bei Descartes, zur Lage der biologischen Philosophie und zum Niedergang der Idee des Fortschritts. In zwei Interviews nimmt Canguilhem Stellung zum Verhältnis von Epistemologie und Forschung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2007

Interessiert spürt Rezensent Bernhard Dotzler den Gedanken des Wissenschaftsphilosophen Georges Canguilhem zur Idee des Fortschritts nach, die dieser Band mit Essays aus 70 Jahren dokumentiert. In seiner recht akademisch gehaltenen Kritik setzt sich der Rezensent mit den nicht zuletzt durch die eigenen historischen Erfahrungen Canguilhems geformten epistemologischen Erkenntnissen auseinander. Aufgreifenswert erscheint dem Rezensenten vor allem der Gedanke, dass Fortschritt, nicht zuletzt in der Folge technischer Erfindungen, unvorhersehbar ist und auch seine Misserfolge zum Fortschrittgedanken wesentlich dazugehören. Dotzler kommt zufrieden zu dem Schluss, dass es lohnenswert sei, die Texte Canguilhems auch im Angesicht unserer "hochtechnisierten Gegenwart" weiter zu rezipieren.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.06.2007

Richtig dankbar ist Cord Riechelmann dem Herausgeber und Übersetzer Hennig Schmidgen für diesen Band mit ausgewählten Beiträgen Georges Canguilhems aus den Jahren 1937-1987. Als "große einsame Ausnahme" der Lebenswissenschaftsphilosophie der Nachkriegszeit bezeichnet er den Autor, dessen Einfluss auf die französische Philosophie die versammelten Texte ihm verdeutlichen. Davon, dass der Band als Einführung in das Denken Canguilhems taugt, ist Riechelmann überzeugt, ebenso wie von der pessimistischen wie erhellenden Position des medizinisch geschulten Philosophen zum Thema Genetik - als Vademekum für postgenetische Zeiten.

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Anne Carson. Rot - Zwei Romane in Versen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2019.Anne Carson: Rot
Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Anne Carson. Der bittersüße Eros. Turia und Kant Verlag, Wien, 2020.Anne Carson: Der bittersüße Eros
Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…