Klappentext

Aus dem Französischen von Georges-Arthur Goldschmidt. Für den zehnjährigen Georges-Arthur ist es der Albtraum, entdeckt und deportiert zu werden. Der Albtraum endet aber nicht. Denn der Junge schämt sich, überlebt zu haben, deshalb sehnt er sich nach Strafe. Die bekommt er im Internat, das ihn nach der Flucht aus Nazideutschland aufgenommen hat. Aber auch die Scham endet nicht, denn er empfindet Wollust bei der körperlichen Züchtigung. Das ist das unlösbare Dilemma des Georges-Arthur Goldschmidt, und das ist die nicht versiegende Quelle für sein literarisches Schaffen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 18.04.2015

Ergriffen geht Rezensent Herbert Wiesner aus der Lektüre von Georges-Arthur Goldschmidts neuem Buch hervor, das der Autor auf Französisch verfasst und für uns selbst ins Deutsche übersetzt hat, wie Wiesner erklärt. Es ist die alte Geschichte vom Überleben des Holocaust im Exil und den daraus resultierenden Schuldgefühlen, das Lebenswerk des Autors, meint Wiesner, ist zugleich aber fasziniert, wie Goldschmidt hier subtile Abweichungen für den Leser erschließt. Eindringlich schildert der Autor laut Wiesner einen neuen Ausschnitt aus seiner Biografie, das Leben und masochistisch besetzte Leiden des 17-Jährigen im katholischen Internat bei Annecy. Wie Goldschmidt Traum und Trauma verschmelzen lässt, die Themen Missbrauch und Glaubensfindung anreißt und dem Leser auch keine intimen Details erspart, hat Wiesner beeindruckt. Auch oder weil der Text, wie Wiesner meint, eben nicht analytisch vorgeht, sondern bildlich, literarisch.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.03.2015

Außerordentlich findet Beatrice von Matt Georges-Arthur Goldschmidts Buch, dringlich, ehrlich, poetisch stark. Dass der Autor in diesem Text einmal mehr sein Thema der Identitätsspaltung umkreist, der eigenen Sprache als Ausdruck des Innersten einer Person, kann ihm die Rezensentin nicht übelnehmen. Zu kunstvoll erscheint ihr Goldschmidts Sprache, zu schlagend die Bezüge zu Kafka, E. T. A. Hoffmann, Karl Philipp Moritz und bezüglich des Inhalts hier vor allem Handkes "Kasper", schreibt von Matt. Den Text liest sie als nervöses Prosagedicht, musikalisch, motivisch strukturiert, wie er daherkommt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.01.2015

Fantastischen bösen Bildern begegnet Ina Hartwig in Georges-Arthur Goldschmidts auf Französisch schon 2005 erschienener Erzählung "Der Ausweg". Auch wenn sich das Buch nicht als Einführung in das Universum des Autors eignet, wie Hartwig findet (dafür empfiehlt sie dessen Autobiografie), als faszinierend impressionistische und temporeiche Collage voller Überraschungen taugt der Band für sie allemal. Neuen Facetten dieser dramatischen Lebensgeschichte begegnet die Rezensentin, Lektüreerlebnissen des Autors, Kindeheitsprägungen auf der Flucht vor den Nazis und einer tief sitzenden Traurigkeit.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2014

Bewegt und zugleich fasziniert hat Rezensent Jürg Altwegg die von Georges-Arthur Goldschmidt selbst aus dem Französischen ins Deutsche übertragene, autobiografische Erzählung "Der Ausweg" gelesen. Einmal mehr folgt der Kritiker hier den Kriegs- und Nachkriegserinnerungen des großen Schriftstellers, der in diesem Buch von der "Scham des Überlebenden" und der Rettung durch die Literatur erzählt. Nicht ohne Beklemmung liest Altwegg auch Goldschmidts Schilderungen seiner Bahnfahrten durch das Nachkriegsfrankreich, die etwa die Urszene vom "Schwarzfahrer ohne Geld" enthalten. Dieses Buch kann der Kritiker nur mit Nachdruck empfehlen.
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