Herausgegeben von Hans Friedrich Wessels. Gegenstand der Phänomenologie des Geistes ist die 'Wissenschaft der Erfahrung des Bewußtseins', d.i. der Aufstieg der Gestalten vernünftiger Erkenntnis von der Stufe der naiven Wahrnehmung bis zur Höhe des absoluten Wissens. Von diesem ersten reifen Werk Hegels sagte Bloch, es sei "voll Jugend ohne gleichen, voll Überfülle und Glut, dichterisch durchaus, wissenschaftlich durchaus, in einzigartiger, morgendlicher Gärung ... Nirgends kann genauer gesehen werden, was großer Gedanke im Aufgang ist, und nirgends ist sein Lauf bereits vollständiger." Die Einleitung gibt eine genaue Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des Werks, außerdem eine klare Nachzeichnung des Argumentationsganges des Textes, die nicht nur die schwierige Lektüre erleichtert, sondern auch an den derzeitigen Interpretationsstand heranführt. Diese Studienausgabe beruht in Text und Kommentierung auf der von W. Bonsiepen und R. Heede besorgten Edition im Rahmen der historisch-kritischen Ausgabe der Gesammelten Werke Hegels und verfolgt durch das Prinzip der Lautstandswahrung und der Bewahrung von Hegels unorthodoxer Zeichensetzung das Ziel, dem Anspruch eines gesicherten und möglichst authentischen Textes zu genügen. Aus der kritischen Edition wurden die "Beilagen" nebst Zusatzinformationen übernommen. Vollständig abgedruckt wurden ebenfalls die Textvarianten. Die Anmerkungen wurden überarbeitet und ergänzt. Mit Namenverzeichnis und Konkordanz zu den gebräuchlichsten Ausgaben des Werks. Die vorliegende Sonderausgabe ist seiten- und textidentisch mit der neu gesetzten Ausgabe von 2025.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.02.2025
Hegels "Phänomenologie des Geistes" lag zwar vor, aber nicht besonders schön, so scheint es. Nun bringt der Meiner Verlag sie also mit "geprägtem Einband, Farbschnitt, Fadenheftung, farbig bedrucktem Vorsatzpapier und einem Leseband", und das limitiert und zu einem Preis von 68 Euro, freut sich Rezensent Michael Hesse, der den Anlass tatsächlich nutzt, um das Buch nochmal durchzublättern und zu erzählen, was Hegel da so treibt. Eigentlich sollte das Werk ja "Die Wissenschaft der Erfahrung des Bewusstseins" heißen, ein Titel, der dem Rezensenten bis heute fast angemessener zu sein scheint. Aber dennoch: Mit dem Begriff des "Geistes" suggeriere Hegel, dass er die Dichotomie von Subjekt und Objekt hinter sich lassen könne, die noch nicht mal Kant überwunden habe. Und so sieht sich das Denken in dieser Phänomenologie bei seiner Verfertigung zu. "Der letzte Schritt ist das absolute Wissen", so Hesse. Und das mit Leseband.
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