Mit CD-Rom. Herausgegeben von Marie-Luise Haase und Martin Stingelin. Mit der Abteilung IX wird der Abschluss der Edition der Kritischen Gesamtausgabe der Werke Friedrich Nietzsches vorgelegt. Die von Nietzsche von 1885 bis 1889 benutzten Notiz- und Arbeitshefte werden integral veröffentlicht, vereinzelte Aufzeichnungen der letzten Schaffensperiode vervollständigen die Heftedition.Erstmals wird damit eine vollständige, editorisch erläuterte Dokumentation des Nachlassmaterials auf eine Weise realisiert, in der der für Nietzsches Aufzeichnungen typische Notatcharakter erhalten bleibt. Die Publikationen des Nachlasses von 1885 bis 1889 werden der Nietzsche-Forschung eine verlässliche und transparente Interpretationsgrundlage bieten, die Denk-, Schreibe- und Werkzusammenhänge des Autors werden erkennbar.
Fasziniert - und das heißt mit einer Mischung aus Bewunderung und den Schwindelgefühlen einer metaphysischen Ausnüchterungskur - beobachtet Ludger Lütkhaus das zersetzende Werk einer ins Extrem getriebenen Philologie. Ein Spruch von Nietzsche scheint ihn in der Kritik der monumentalen Bände zu leiten: Philologen, heißt es da, seien "Vernichter jeden Glaubens, der auf Büchern beruht". Die letzten, von ihm selbst nicht mehr zum Werk gefügten Notate werden hier so treu wie möglich aufgezeichnet, berichtet der Rezensent, der den Leser zu Recht an die Editionsgeschichte dieser Spätprodukte des Philosophengeistes erinnert: Nietzsches Schwester hatte daraus die Aphorismensammlung "Der Wille zur Macht" gebastelt und Nietzsche zum Antisemiten und Vorläufer der Nazis gemacht, der er bei weitem nicht war. Erst die Nachkriegsausgaben Nietzsches von Schlechta über Colli und Montinari bis hin zur vorliegenden Edition haben das Werk der bösen Schwester immer weiter entzaubert. Hier nun "werden nicht weniger als fünf Schrifttypen und insgesamt sieben Farben zur Wiedergabe der diversen Tinten und Schrifttypen aufgeboten", berichtet der Rezensent. "Lohnt sich der Aufwand überhaupt?", fragt er. Ja, und sei es als Illustration der Einsicht, dass es eine "autoritative Reinschrift des Lebens" nicht gibt.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…