Martin Stingelin (Hg.)

Friedrich Nietzsche: Werke. Kritische Gesamtausgabe (KGW)

Abt 9: Der handschriftliche Nachlass ab Frühjahr 1885 in differenzierter Transkription. Band 8: Arbeitshefte II 3, 4 und 5
Cover: Friedrich Nietzsche: Werke. Kritische Gesamtausgabe (KGW)
Walter de Gruyter Verlag, New York 2009
ISBN 9783783110205
Gebunden, 190 Seiten, 248,00 EUR

Klappentext

Mit CD-Rom. Herausgegeben von Marie-Luise Haase und Martin Stingelin. Berabeitet von Marie-Luise Haase, Thomas Riebe, Beat Röllin, Rene Stockmar, Franziska Trenkle, Daniel Weißbrodt sowie Karoline von Weber. Mit der Abteilung IX wird der Abschluss der Edition der Kritischen Gesamtausgabe der Werke Friedrich Nietzsches vorgelegt. Die von Nietzsche von 1885 bis 1889 benutzten Notiz- und Arbeitshefte werden integral veröffentlicht, vereinzelte Aufzeichnungen der letzten Schaffensperiode vervollständigen die Heftedition.
Erstmals wird damit eine vollständige, editorisch erläuterte Dokumentation des Nachlassmaterials auf eine Weise realisiert, in der der für Nietzsches Aufzeichnungen typische Notatcharakter erhalten bleibt. Die Publikationen des Nachlasses von 1885 bis 1889 werden der Nietzsche-Forschung eine verlässliche und transparente Interpretationsgrundlage bieten, die Denk-, Schreibe- und Werkzusammenhänge des Autors werden erkennbar. Ebenso wie der ersten Teilbandlieferung (I-III) liegt auch den Bänden IV und V eine CD-ROM mit den Abbildungen der Faksimiles der Manuskripte bei.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2010

Welch ein Unterschied zur glatten Colli-Montinari-Ausgabe! Ludger Lütkehaus bejubelt den nun in der Kritischen Gesamtausgabe vorliegenden siebten und achten Band der neunten Abteilung. Nietzsches darin enthaltenen Arbeitsheften W II 3, 4 und 5 aus den Jahren 1887 bis 1888 spricht er größte Signifikanz zu, nicht zuletzt im Hinblick auf Nietzsches drohendes Scheitern, das sich laut Lütkehaus in einer nicht linearen, chaotischen Form ankündigt. Nichts weniger als angebracht erscheint Lütkehaus die hier zu bestaunende aufwändige, bis ins Schriftbild hinein "diplomatisch" getreue Textdokumentation durch Marie-Luise Haase, Martin Stingelin und Michael Kohlenbach. Ermöglicht wird dem glücklichen Rezensenten der Nachvollzug von chaotischem Schreibstrom (Unter- und Ausstreichungen, Querstellungen inklusive) und philosophischer Obsession mit Themen, wie der "ewigen Wiederkehr", Pessimismus, Christentum. Für Lütkehaus ein enormer Komplexitätsgewinn. Und ein seltenes Beispiel für eine Philologie, die ganz unmittelbar in Psychologie übergeht.

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