Freya von Moltke, Helmuth James von Moltke

Abschiedsbriefe

Gefängnis Tegel. September 1944 - Januar 1945
Cover: Abschiedsbriefe
C. H. Beck Verlag, München 2010
ISBN 9783406613753
Gebunden, 608 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Anfang 2010 wurde bekannt, dass der Briefwechsel zwischen Helmuth James und Freya von Moltke aus den letzten Wochen vor seiner Hinrichtung wie durch ein Wunder komplett erhalten ist. Die politisch und persönlich offenherzigen Briefe, die vom Gefängnispfarrer Harald Poelchau unter Einsatz seines Lebens fast täglich an der Zensur vorbeigeschmuggelt wurden, sind das aufwühlende Zeugnis einer großen Liebe in den Zeiten des Widerstands gegen ein unmenschliches Regime.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.02.2011

Joachim Käppner ist sehr froh darüber, dass diese bislang unbekannten Briefe veröffentlicht werden. Die Sammlung hält er für die wichtigste ihrer Art und feiert sie als Zeugnis hoher Gesinnung, eines Aufstands des Gewissens gegen die Barbarei. Freya und Helmuth James von Moltke begegnen ihm darin als Verschwörer und Liebende. Dass Freya von Moltke sich eine Veröffentlichung zu Lebzeiten verbat, leuchtet ihm ein. Sehr intim seien sie und zu sehr gründend in der leidvollen Situation der beiden Eheleute zwischen Bangen und Hoffen. Neben Politischem stößt der Rezensent auf Naives (aus dem Denken des Kreisauer Kreises), vor allem aber auf Momente, in denen sich ihm die Kraft des Geistes, des Glaubens und der Liebe offenbart.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2011

Rainer Blasius zeigt sich tief berührt und gefesselt von diesem Briefwechsel zwischen Freya von Moltke und ihrem Mann Helmuth Graf James von Moltke. Nicht nur, weil die Briefe die letzten Tage Moltkes in Gefangenschaft dokumentieren, sein Bangen und Hoffen, doch vor allem auch, weil ihm da eine große Liebe und ein tiefer Gottesglaube begegnen. Bei aller für ihn spürbaren quälenden Ungewissheit angesichts der drohenden Hinrichtung leuchten die Innigkeit des gedanklichen Austausches und das Vertrauen auf Gottes Führung bei beiden Schreibern für ihn ehrfurchtgebietend hell.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.02.2011

Der vier Monate umspannende Briefwechsel zwischen Freya von Moltke und ihrem in Tegel auf seine sichere Hinrichtung wartenden Mann Helmuth James erscheint der Rezensentin als ein wahrer Schatz. Liebesbriefe, geprägt von der Aussichtslosigkeit der Lage und der dennoch unumstößlichen Zuversicht der beiden Schreibenden, liest Renate Wiggershaus. Und zwar stets mit dem Gefühl, einer äußersten, bestärkenden Nähe zwischen zwei Menschen beizuwohnen. Dass diese Korrespondenz Mut zum Eintritt für Menschenrechte und Demokratie machen kann, wie es die Herausgeber in der Einleitung formulieren, kann Wiggershaus bestätigen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.02.2011

Großen Eindruck hat der Briefwechsel zwischen Helmuth James und Freya von Moltke bei Rezensent Rudolf Walther hinterlassen. Als Kopf der Widerstandsgruppe "Kreisauer Kreis" wurde Moltke im Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Die Briefe aus den letzten Wochen vor seiner Hinrichtung, die Moltke und seine Frau dank der Hilfe des Gefängnispfarrers fast täglich tauschen konnten, sind für Walther das zutiefst berührende Dokument eines aussichtslosen Kampfes. Neben der Bewältigung des Gefängnisalltags sieht er den Austausch über Tod, Glauben und die Bedeutung zentraler Stellen der Bibel im Vordergrund stehen. Ein Austausch, der nach Ansicht Walters auch nicht religiösen Lesern Respekt einflößen dürfte. Die Abschiedsbriefe von Helmuth James von Moltke und seiner Frau gehören für ihn jedenfalls zum "Erschütterndsten, was je geschrieben wurde".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.01.2011

Dieser Briefwechsel grenzt für Rezensentin Elisabeth von Thadden an ein Wunder. Seine Entstehung, seine Geschichte, die Briefe selbst. Helmuth James von Moltke, treibende Kraft der nach seinem Gut benannten Widerstandsgruppe, schrieb sie aus dem Gefängnis Tegel an seine Frau Freya, bevor er im Januar 1945 hingerichtet wurde. Der Gefängnispfarrer Harald Poelchau schmuggelte sie heraus, wie er auch die Antwortschreiben von Freya ins Gefängnis brachte. Ihre Existenz war bekannt, doch Freya von Moltke hatte sie erst ein Jahr nach ihrem Tod veröffentlicht sehen wollen. Und doch staunt Rezensentin Thadden, was sie hier auf 600 Seiten überliefert gefunden hat. "Hier schreiben zwei Menschen um ihr Leben", schreibt Thadden ergriffen, angesichts der bevorstehenden und sicheren Verurteilung zum Tode hätte jeder Brief der letzte sein können. Nicht ohne Pathos betont sie, wie sich die beiden um eine Haltung vor Gott bemühen, aber Thadden erwähnt auch die politischen Überlegungen, die die beiden in ihren Briefen anstellen.