Die heute 95jährige Rosemarie Reichwein beschreibt in ihren Tagebuchaufzeichnungen vor allem ihr Leben mit Adolf Reichwein, dem Pädagogen und 1944 ermordeten Widerstandskämpfer. Ein Porträt ihres Lebens in der Zeit danach, als beruflich selbständige und erfolgreiche Krankengymnastin schließt sich an. Sabine Reichwein beschreibt schließlich den wechselvollen Verdrängungs- und Bewusstwerdungsprozeß ihrer Mutter und zeigt, welche Positionen sie heute als Zeitzeugin in der Öffentlichkeit einnimmt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.05.2000
Das wesentliche steht gleich am Anfang der Kritik: Doris Schmidt lobt die Erinnerungen Roswitha Reichweins, weil sie bar jeder "Selbstdarstellung" sind und die Sprache "zurückhaltend" und "nüchtern" ist. Bevor sie routiniert die Lebensgeschichte Reichweins nacherzählt, weist die Rezensentin noch darauf hin, dass nicht nur Freiheitskämpfer, sondern auch ihre Familien mit einem "schweren" Alltag zu kämpfen haben. Zu einem Gedanken inspiriert sie die Geschichte der Autorin, deren Mann Adolf Reichwein 1944 in Plötzensee erhängt wurde, und die sich in der Nachkriegszeit als berufstätige, alleinerziehende Mutter von vier Kindern durchgeschlagen hat, leider nicht.
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