Florian Huber

Hinter den Türen warten die Gespenster

Das deutsche Familiendrama der Nachkriegszeit
Cover: Hinter den Türen warten die Gespenster
Piper Verlag, München 2017
ISBN 9783827013316
Gebunden, 352 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Nach dem Zusammenbruch des "Dritten Reiches" gab es einen unverrückbaren Ort, der Halt und Geborgenheit versprach: die Familie. Sie erwies sich als der einzige Wert, der den Nationalsozialismus weitgehend unversehrt überdauert hatte. Eines aber konnte die Familie nicht - sie konnte nicht jene Widersprüche und Konflikte aussperren, die im ersten Nachkriegsjahrzehnt die Gesellschaft begleiteten. Zu ihrer vielleicht größten Hypothek wurde das Verdrängen und Verschweigen. Sie waren der Nährboden für die berüchtigten Familiengeheimnisse der deutschen Gesellschaft nach 1945, an deren Gift bisweilen noch die Enkelgeneration laborierte. So wurden aus großen Erwartungen nicht selten große Enttäuschungen, die bis heute nachwirken. Der deutsche Familienkosmos der Nachkriegszeit war eine historisch einzigartige "Versuchsanordnung".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.07.2017

Robert Probst hält das Buch des Historikers und Filmemachers Florian Huber über den Zeitraum 1945 bis 1958 für außergewöhnlich. Das laut Probst ungebrochene Interesse an der Nachkriegsära befriedigt der Autor nicht mit psychologischer Deutung, sondern durch Zurückhaltung und die Dokumentation der Stimmen von Soldaten, NS-Verbrechern, Frauen und Kindern in Briefen, Tagebüchern und Erinnerungen. Die "große Erzählung", die für Probst auf die Art entsteht, spricht von verwundeten Seelen und kaputten Familien. So unwissenschaftlich das Ganze ist, so stark erscheint Probst Hubers Sprache und sein Mut, das Erzählte für sich wirken zu lassen. Und es wirkt, versichert der Rezensent.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de