Johann Scheerer

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Roman
Cover: Play
Piper Verlag, München 2025
ISBN 9783492073400
Gebunden, 320 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

David ist verstrickt im Geflecht aus Kunst, Kindern und Kreativität. Als Musikmanager muss er alle Forderungen des drogensüchtigen Weltstars Ian White erfüllen und dessen Tour begleiten. Er will sich aber auch um seine vier Kinder kümmern und nimmt sie einfach mit. Die Ausgangslage für dramatische Konflikte, die zu absurd-komischen Situationen führen. David retten oft nur Humor und das Gespür für die erstaunliche Ähnlichkeit der Bedürfnisse von Künstlern und Kindern. Trotzdem lauert die Eskalation.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 15.05.2025

Rezensentin Ursula März stürzt sich gern in den Trubel dieses Romans. Johann Scheerer erzählt darin von David, der gleich am Beginn des Buches alle Hände voll zu tun hat, wenn es darum geht, im chaotischen Berlin sowohl die Probleme seiner Familie - er hat mehrere Kinder - in den Griff zu bekommen und, in seiner Eigenschaft als Musikproduzent, einen launischen Rockstar bei Laune zu halten. Das hat Slapstickqualitäten, findet März, und überhaupt versteht es Scheerer, die alltäglichen beruflichen und privaten Belastungen, die viele aus ihrem eigenen Leben zu können, in diesem Buch übersteigert darzustellen. Prächtig amüsiert sie sich auch mit den vielen Dialogszenen. Das Buch scheint autobiografisch inspiriert zu sein, vermutet Mayer: Der fiktionale Rockstar, um den David sich kümmern muss, hat zudem Ähnlichkeiten mit Pete Doherty. Ein Buch, das das Leben in seiner ganzen Fülle feiert, freut sich die Kritikerin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.04.2025

Johann Scheerer will viel mit seinem neuen Roman, vielleicht zu viel, glaubt Rezensent Joachim Hentschel. In einer wuchtig autobiografisch grundierten Geschichte schildert er den Alltag eines überforderten Musikstudiobetreibers, der zwischen Kinderbetreuung, Patchwork-Logistik und Rockstar-Eskapaden aufgerieben wird. Kunst und Care-Arbeit, so die zentrale These, seien kaum vereinbar - vor allem dann nicht, wenn beides von außen nur als "Spaß" betrachtet werde. Scheerer, Sohn von Jan Philipp Reemtsma, erzählt mit spürbar eigener Stimme, erkennt der Kritiker: Der fiktive Rockstar Ian White, den Protagonist David betreuen muss, ist kaum kaschiertes Alter Ego von Pete Doherty. Und auch sonst trägt der Roman, so Hentschel, streckenweise mehr Essay als Erzählung in sich - mit Monologen über männliche Fürsorge, fehlende gesellschaftliche Anerkennung und die "paradoxe Belastung", dass Väter als lustige Amateure gelten. Ein Debattenbuch? Sicher. Ein guter Roman? Leider nicht. Zu oft sprechen die Figuren nur für den Autor, zu selten entsteht literarischer Raum für Widerspruch, schließt der Kritiker.

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