Arnd Bauerkämper

Das umstrittene Gedächtnis

Die Erinnerung an Nationalsozialismus, Faschismus und Krieg in Europa seit 1945
Cover: Das umstrittene Gedächtnis
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2012
ISBN 9783506775498
Gebunden, 560 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Dieses Buch ist das erste Kompendium zu den Erinnerungswelten Europas nach 1945 - von Spanien bis Russland, von Norwegen bis Italien. Es zeigt, wie in stillem Gedenken, in politischen Kontroversen oder bei der Suche nach Erinnerungsorten die Erfahrungen von Nationalsozialismus und Faschismus, Holocaust und Kollaboration bis heute maßgeblich das Geschichtsbewusstsein des Alten Kontinents prägen. Das Übersichtswerk erschließt, wie Europäer die traumatisierenden Ereignisse der 1930er und 1940er Jahre deuteten und debattierten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2013

Wolfram Pyta ist hellauf begeistert von Arnd Bauerkämpers Studie "Das umstrittene Gedächtnis". Darin beschreibt der Autor die nationale Erinnerungskultur von 14 europäischen Ländern im Hinblick auf den Nationalsozialismus und untersucht, weshalb Europa nach dem zweiten Weltkrieg nicht imstande war, einen Erinnerungskonsens zu erzielen, so der Rezensent. Zentraler Bestandteil der Analyse sei die Beziehung zwischen 'kommunikativem' und 'kulturellem Gedächtnis': ersteres tradiert sich im kleinen, engen, etwa familiären Kreis, letzteres wird durch offizielle Instanzen geprägt. Aus diesen beiden widerstreitenden "Gedächtnisregimen" formiert sich das 'kollektive Gedächtnis', referiert Pyta. Besonders lobt er den Autor für seinen "klarsichtigen, stets um Nuancierungen bemühten Blick" und bescheinigt ihm, "auf hohem analytischen Niveau" zu operieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2012

Der Autor sehe das Erinnern als Prozess und soziale Praxis, erklärt Jörg Später, und widersetze sich mit seinem Buch der Entterritorialisierung des Gedächtnisses im populären Opferkult. So weit, so gut, findet Später. Wenn der Berliner Historiker Arnd Bauerkämper Gedächtnisräume und -formen analysiert und Erinnerungsdiskurse in nordwesteuropäischen Ländern nachzeichnet, findet der Rezensent die Beschränkung auf die Verbrechen des Weltkriegs dann doch zu eng. Was ist, so fragt er, mit dem Stalinismus in Osteuropa oder mit dem Kolonialismus im Mittelmeerraum? Obgleich er in dem Band mit seinen Länderstudien ein kompaktes wie kompetentes, wenngleich methodisch eher konventionelles und jargonhaft akademisches Nachschlagewerk sieht, findet er es insgesamt doch zu breit und zu flach angelegt. Während es die "üblichen Verdächtigen" der Erinnerungskultur behandelt, kritisiert Später, blendet es Südeuropa aus. Dass Israel ebenfalls nicht behandelt wird, findet Später übrigens unverzeihlich.

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