Wie erleben Karikaturisten politische Umbrüche? Was verändert sich in ihrem Arbeits- und Lebensalltag? Und wie äußert sich das in den Zeichnungen? Ulrike Martens porträtiert Karikaturisten aus der DDR und der BRD. Rainer Hachfeld, Barbara Henniger, Alois Kuhn, Andreas J. Mueller, Karl-Heinz Schoenfeld, Reiner Schwalme und Klaus Stuttmann geben Auskunft über das Leben als zeichnende Zeitzeugen der Teilung Deutschlands, der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung. Ihre Ausführungen zeigen, wie der berufliche Alltag für Karikaturisten während der deutschen Teilung aussah und was sich durch die Wiedervereinigung verändert hat. Abschließend beleuchtet die Autorin den aktuellen Stellenwert der politischen Karikatur in Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2016
Die beiden Neuerscheinungen über deutsche Karikaturen haben eines gemeinsam: Sie sind ebenso lehrreich wie trocken, findet Rezensent Martin Lhotzky. In Ulrike Martens Fall ist dies dem Verlag anzulasten, der ihre kulturwissenschaftliche Dissertation nicht gerade lesefreundlich veröffentlicht habe. Dennoch liest der Kritiker interessiert bei Martens nach, wie sich die hier untersuchten deutschen Karikaturisten zur Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands verhielten und lernt neben verschiedenen politischen Positionen auch die unterschiedlichen Arbeitsweisen und -verhältnisse kennen. Neben den Gesprächen mit immerhin sieben Karikaturisten, begrüßt Lhotzky vor allem die abgedruckten Zeichnungen, die offenbaren, wie sich das eingereichte Bild vom später veröffentlichten unterschied. Darüber hinaus erfährt der Kritiker hier, dass die Karikaturisten den etwa in Frankreich, Großbritannien oder in den USA vorherrschenden Mut ihrer Zunft in Deutschland vermissen.
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