Bereits zehn Jahre nach Kriegsende sprach das IOC Rom die Austragung der XVII. Olympischen Spiele im Jahr 1960 zu. 1966 folgte die Vergabe der Spiele 1972 an München. Die internationale Medienaufmerksamkeit des Ereignisses bot den beiden Ländern eine einzigartige Bühne, um sich der Weltöffentlichkeit nach Faschismus, Diktatur und Völkermord als junge demokratische Republiken zu präsentieren. Eva Gajek untersucht die Imagepolitik und deren Rezeption in Medien und Öffentlichkeit. Im Zentrum steht die Frage, wie die beiden Länder die Olympischen Spiele als Instrument der Selbstdarstellung nutzten. Die Untersuchung stützt sich einerseits auf Medienquellen wie die internationale Presse, ausgewählte Fernseh- und Radioberichte und Fotografien, andererseits werden die Archivunterlagen der vorbereitenden Komitees und der politischen Akteure ausgewertet.
Eva Maria Gajeks vergleichende Studie der Imagekampagnen der beiden post-faschistischen Staaten Italien und Deutschland für die Olympischen Spiele stößt bei Rezensentin Cigdem Akyol auf großes Interesse. Bei der Lektüre erfährt sie nicht nur einiges über die Rolle der Medien bei beiden Bewerbungen, sondern erkennt auch Unterschiede zwischen beiden. Der Autorin attestiert sie eine übezeugende und nücherne Argumentation sowie eine gründliche Recherche, die auch bislang Unbekanntes ans Tageslicht bringt: Ein alles in allem lesenswerter "Beitrag zur Geschichte der kulturellen Re-Integration nach dem Zweiten Weltkrieg", lautet das Fazit der Kritikerin.
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