Aus dem Englischen von Sonja Hogl. Die olympischen Spiele von 1972 waren das erste sportliche Großereignis in Deutschland nach dem Krieg. Kay Schiller und Christopher Young ist eine Gesamtdarstellung der politischen und sportlichen Geschehnisse gelungen, die nicht ausschließlich das Attentat auf die israelische Mannschaft fokussiert (auf das die Spiele in der Erinnerung oft reduziert werden), sondern eine Einbettung in den politischen und kulturellen Kontext der westdeutschen Nachkriegsgeschichte leistet. Die "heiteren Spiele" von 1972 sollten der Weltöffentlichkeit Deutschlands politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in der Nachkriegszeit demonstrieren. Im Vergleich zum Vor- und Gegenbild der Spiele in Berlin 1936 und zum anderen deutschen Staat während des Kalten Kriegs lässt sich dieser grundlegende Wandel ablesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2012
Lobende Worte findet Ulrich Kaiser für diese ausführliche und mit Hunderten von Quellen belegte Studie zu den Olympischen Spielen von 1972, bei denen Kaiser höchstselbst - so wird es in der Unterzeile des Artikels vermerkt - für die FAZ berichtete. Besonders lobt Kaiser die Nüchternheit des Bandes und die erhellende Perspektive von zwei Außenstehenden, die überdies zu jung sind, um die Spiele selbst erlebt zu haben. Die Autoren rücken nach Kaiser die Spiele in die Geschichte des deutschen Sports und porträtieren die Visionäre, die die Spiele möglich machten und ihnen ihr Gesicht gaben: vom Sportfunktionär Willi Daume, über den Münchner OB Hans-Jochen Vogel bis zum Designer Otl Aicher, der den Spielen ihren betont zivilen und jugendlichen Anstrich gab. Welche Rolle das palästinensische Attentat auf die israelische Olympiamannschaft in dem Buch spielt, geht aus Kaisers Rezension nicht sehr klar hervor. Er spricht aber auch ein nur auf englisch erschienenes Buch von David Clay Large an ("Munich 1972", Rowman & Littlefield), das sich ausführlicher, aber nach Kaiser auch "reißerisch" mit dem Attentat zu befassen scheint.
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