Herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Klaudia Ruschkowski und Hannah Mittelstädt. Das umfassende schriftstellerische Werk - endlich in einem Band: Etel Adnan ist Poetin und Malerin, Philosophin, Essayistin, Kosmopolitin und eine der wichtigsten Künstlerinnen unserer Zeit. Mit großer Freiheit verwandelt sie Erfahrung und Wissen in poetisches Schreiben, so komplex wie persönlich, so politisch wie visionär. Die hier versammelten Texte, von denen etliche erstmals auf Deutsch vorliegen, geben einen umfassenden Einblick in Etel Adnans universelles schriftstellerisches Werk. Beginnend mit den Ursprüngen ihrer künstlerischen und politischen Auseinandersetzungen in den 60er Jahren, setzt sich Etel Adnan mit den unzähligen Facetten des Lebens auseinander und eröffnet durch ihre Texte eine neue Ebene der Wahrnehmung. Neben den großen Poemen umfasst der Band Prosatexte, Erzählungen, journalistische Arbeiten, philosophische Essays zu Mythos und Kunst, Erzählungen und Interviews - entstanden in Beirut, Paris, Kalifornien oder auf Reisen durch die Vereinigten Staaten, Europa und die arabische Welt. Etel Adnan spricht über die Kriege, an deren Rand sie lebte und deren Auswirkungen sie hautnah zu spüren bekam. Sie reflektiert ihre bildnerische Arbeit. Die Texte eröffnen den Zugang zum Kosmos einer Künstlerin, die fest auf der Erde steht und zugleich zu träumen wagt.
Tobias Lehmkuhl bekommt das Bild einer hellwachen, empfindsamen Beobachterin mit dieser Anthologie der zwischen Beirut und der amerikanischen Westküste pendelnden Dichterin und Malerin Etel Adnan. Der Gedichte, Essays, Interviews enthaltende Band bietet laut Lehmkuhl Texte, die größtenteils erstmals auf Deutsch zu lesen sind, nicht alle von gleichgroßer Güte, auch mal esoterisch angehaucht die Seele beschwörend oder die politische Botschaft über das ästhetische Gelingen stellend, wie der Rezensent einräumt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.11.2019
Ingo Arend ist sehr angetan von den Texten der Künstlerin Etel Adnan. Als Zeugnisse eines engagierten Künstlerinnenlebens zwischen den Kulturen der westlichen und der südlichen Hemisphäre taugen ihm die im Stil eines Bewusstseinsstroms dargebotenen poetisch-essayistischen Texte, in denen Adnan laut Arend Partei für die Araber ergreift, Alltägliches ästhetisch verwandelt und Bilanz zieht, reflexiv und menschenfreundlich, so Arend.
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