Mit einer Einführung von Elisabeth Nay-Scheibler. Bearbeitet von Magdalene Claesges. Mit Fototafel und 16 Farbtafeln. In zahlreichen, meist unveröffentlichten persönlichen Aufzeichnungen, Briefen, Vorträgen und Katalogbeiträgen gibt hier einer der bedeutendsten Künstler Deutschlands einen Einblick in die geistige Werkstatt seines Schaffens und seiner künstlerischen Entwicklung. Nay führt dem Leser gleichzeitig die Probleme, Reflexionen und Ereignisse der Kunstwelt in einer fast 40-jährigen Periode des 20. Jahrhunderts vor Augen und verdeutlicht die politischen und sozialen Veränderungen. Man findet in den Texten Unbekanntes und gewinnt einen Eindruck von der Eigenart dieses vitalen und fantasievollen Malers.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2002
Auf die große Nay-Ausstellung zum hundersten Geburtstag des Malers muss man noch bis zum Herbst warten. Trost, verspricht Eduard Beaucamp, spendet derweil das "Lesebuch", in dem zum ersten mal Nays Schriften versammelt sind. Nay war "Verfechter einer absoluten sich selbst begründenden und zelebrierenden Malerei", schreibt Beaucamp, und 'einer Malerei' meint hier 'seiner Malerei'. Nach dem Krieg habe er der "tristen Bußästhetik" entsagt, wie Beaucamp hübsch formuliert, und mit leuchtenden Farben "den Expressionismus in eine kosmopolitische Abstraktion" getragen. Nays Texte zeichnen seine Karriere als Künstler - nicht sein Leben - nach, so der Rezensent, und offenbaren einen "Hochmut", der den Rezensenten "verblüfft". In seinem Sendungsbewusstsein fasse Nay sich selbst als den Endpunkt der modernen Kunstgenealogie auf. Beaucamp erklärt, die Hitze dieses "utopisch beflügelten Kunstglaubens" sei in seinem Schreiben spürbar, sowohl im Suchen als auch in den Gewissheiten. Doch auf die Euphorie folgte der Sturz, erzählt Beaucamp, - die vierte documenta lud ihn aus - und enttäuscht prophezeite Nay in unerschütterlicher Selbstsicherheit: "Pop funèbres Kassel 68".
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