Als Gründungsdirektor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt und des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe zählt Heinrich Klotz zu den bekanntesten und herausragenden Persönlichkeiten der bundesrepublikanischen Kulturwelt. Doch es war ein beschwerlicher Weg, der von der Herausbildung seiner Ideale und Ideen - als Professor für Kunstgeschichte an der Marburger Universität, in direkten Kontakt mit Architekten und Theoretikern in Amerika - zur Umsetzung in die Realität führte. Das Heraustreten des Theoretikers aus den vertrauten und bequemen Denkstuben, die Schwierigkeiten der Auseinandersetzung mit unendlichen Instanzen und staatlicher Bürokratie, die Gegnerschaft, aber auch Unterstützung, die nach unzähligen Überzeugungsversuchen schließlich doch die Realisierung seiner Projekte ermöglichte, dies alles schildert Heinrich Klotz in seinen Erinnerungen und gibt damit sehr persönliche, aber ebenso exemplarische Einsichten in die Entwicklung deutscher Nachkriegskultur. Persönliche Begegnungen mit den Großen der Kultur und Politik: Lothar Späth und Hilmar Hoffmann, Hans Belting und Peter Sloterdijk, Georg Baselitz und Markus Lüpertz, Richard Meier, O. M. Ungers und vielen anderen mehr.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2000
Der vor einem Jahr verstorbene Kunsthistoriker und Gründer u.a. des deutschen Architekturmuseums in Frankfurt hat hier seine unvollendet gebliebenen Memoiren vorgelegt, in denen "zahlreiche Künstlerportraits" zu den anregendsten Seiten gehören, meint Michael Then. Ermüdet hat das Buch des "Pluralisten" den Rezensenten dort, wo der Autor sich allzu ausführlich bemüht, "ein letztes Mal schreibend seinen Kritikern entgegenzutreten". Then zitiert viele Sätze des "Generalisten", der sich immer wieder mit dem Vorwurf auseinanderzusetzen hatte, er wahre keine Kontinuität und wechsele gleich zum nächsten Projekt, sobald etwas realisiert war. Klotz` Alibi: "Ich war immer ein Mediator und trug auf beiden Schultern. Das entweder-oder fiel mir schwer." Gegen solche Rechtfertigungspassagen stehen jedoch höchst spannende Geschichten der Zeitzeugenschaft, so beispielsweise die von der bedeutenden Entwicklung des Beginns der Postmoderne in der Architektur, befindet Then.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…