Ernst-Otto Czempiel

Weltpolitik im Umbruch

Die Pax Americana, der Terrorismus und die Zukunft der internationalen Beziehungen
Cover: Weltpolitik im Umbruch
C. H. Beck Verlag, München 2002
ISBN 9783406494161
Paperback, 224 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Seit dem 11. September 2001 hat das 21. Jahrhundert endgültig begonnen. Während das Jahrzehnt nach 1989 ganz von der Auflösung des Sowjetimperiums und dem Ende des Ost-West-Konflikts bestimmt war, sehen wir uns heute mit einer neuen Konstellation konfrontiert, in der die wachsenden Spannungen zwischen der westlichen Welt und den islamischen Gesellschaften, die immer unverhülltere Dominanz der USA und vor allem die radikalen Erscheinungsformen des Terrorismus zu einer kritischen Masse der Weltpolitik geworden sind. Ernst-Otto Czempiel hat sein Buch "Weltpolitik im Umbruch" aus diesem Anlass ganz neu geschrieben. Er erläutert die Ursachen der heutigen Weltkrise und analysiert mit kritischer Distanz die Ereignisse seit dem 11. September und ihre Auswirkungen auf die Zukunft der internationalen Beziehungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.01.2003

Zunächst einmal versucht der Rezensent Hans-Peter Schwarz, dem Autor Ernst-Otto Czempiel Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Viele seiner Bücher seien anregend, auch wenn man seine Ansichten nicht teilt. Diesen neuesten Band aber will Schwarz nicht unter diese begrüßenswerten, wenn auch in der theoretischen Ausarbeitung "nicht immer besonders klaren und widerspruchsfreien" Werke einreihen. Diesmal nämlich geht ihm Czempiel mit der Amerikakritik entschieden zu weit. Das reicht von gewundenen Ausführungen zum 11. September (amerikanischer Imperialismus nicht als Ursache, aber als Quelle der Anschläge) bis zur kaum belegten These, George W. Bush habe schon im Juni 2001 einen Angriff auf den Irak geplant, nur keine rechte Gelegenheit dafür gesehen. Des weiteren ist Schwarz mit Czempiels Ansicht, beim Befreiungskampf der Palästinenser handle es sich nicht um Terrorismus, keineswegs einverstanden. Alles in allem: Dieses Buch ist "ein Schnellschuss aus der Hüfte", bei dem der Autor "nicht eben seinen besten Tag" hatte.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.10.2002

Trotz gleichnamigen Titels handelt es sich bei diesem Buch nicht um eine überarbeitete Fassung des Werks von 1991, sondern um eine Fortsetzung, informiert Regina Kreidel. Die Rezensentin vergleicht die Thesen der beiden über ein Jahrzehnt auseinanderliegenden Ausführungen und wundert sich nicht wenig, dass der Autor auch nach dem Terroranschlag des 11. September 2001 an der These von einer "Gesellschaftswelt", die international wirksam ist und gegenüber einer "Staatenwelt" ihre Interessen durchsetzen will, festhält. Die "Hoffnung" auf eine zukünftig stärkere Durchsetzung von Menschenrechten und Demokratie durch internationale Organisationen, die der Autor in seiner ersten Studie zur Weltpolitik artikuliert hat, sieht die Rezensentin allerdings im zweiten Buch nicht mehr enthalten. Sie stimmt Czempiel nachdrücklich in der Meinung zu, dass nicht mit militärischen, sondern nur mit politischen Mitteln Terrorismus zu bekämpfen ist und scheint sich seiner Meinung anzuschließen, dass es nun auf Europas Haltung ankommt, wie sich die "Weltordnung" in Zukunft gestalten wird.