Die Terroranschläge vom 11. September 2001 - wie es so weit kommen konnte, und was sich ändern muss. In Reportage, Hintergrundbericht und historisch-politischem Essay versucht Reinhard Hesse - Journalist und als Mitarbeiter des Bundeskanzlers in der Politik engagiert - die Geschehnisse aufzuarbeiten. Er plädiert für eine Universalkultur in demokratisierten, säkularisierten islamischen Ländern und einer westlichen Welt, die ihre islamischen Minderheiten anerkennt und integriert.
Als "wahrscheinlich erstaunlichste" Publikation zum Thema bezeichnet Rezensent Michael Naumann dieses Buch. Hymnisch lobt er die "brillante Analyse des epocheversetzten, mittelalterlichen Islamismus", des geistigen Nährbodens der Terroristen um Osama Bin Laden. Reinhard Hesse, auf dessen in Kairo verbrachte Kindheit und daraus resultierende Arabischkenntnisse Naumann hinweist, beschreibe die Biografien einzelner Attentäter, darunter auch Bin Ladens Karriere vom Industriellen zum "Paten des Massenmords", und schildere die "kulturelle und spirituelle Isolation gläubiger Menschen im Ansturm der westlichen Moderne". Seine Skizze der islamischen Heilsbewegung, sowie die "kenntnisreiche Interpretation ihrer Kerntexte" verleiht diesem "scheinbar leicht geschriebenen Werk" nach Ansicht von Naumann "wissenschaftliche Ernsthaftigkeit und analytischen Tiefgang". Dass hier ein Intellektueller und Arabist schreibt, der als Redenschreiber des Bundeskanzlers gleichzeitig "das Privileg der Informationen aus erster Hand" genieße, wird dem Buch Naumann zufolge "auch einen historischen Rang" verleihen.
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